Rheinpfalz Manchmal fehlt es noch an Informationen
Kusel: Endlich Sommer – auch mit entsprechendem Wetter – ,endlich Ferien. Viele verbringen ihren Urlaub in Deutschland, auch etliche ausländische Gäste wissen die Schönheit in deutschen Landen zu schätzen. Wir haben uns im Landkreis Kusel umgehört und mit Besuchern am Ohmbachsee, auf dem Wolfsteiner Campingplatz und Burg Lichtenberg gesprochen.
Trotz Hochsaison sind, abgesehen von den Dauercampern, beim Besuch der RHEINPFALZ nur wenige Besucher auf dem Campingplatz Ohmbachsee zu finden. Darunter Eva und Thomas Schlegel, die von Thüringen mit dem Wohnwagen angereist sind. Beide fahren schon seit fast 20 Jahren durch Deutschland und sind in die Pfalz gekommen, weil sie gehört hatten, der Ohmbachsee sei gut zum Baden geeignet. Einen Strand suchte das Paar dann allerdings vergeblich, erzählt Eva Schlegel. Ernüchternd sei es gewesen, kommentiert ihr Partner. Also fahren die beiden jeden Tag einige Kilometer zu ihren Ausflugszielen. In der Nähe gebe es zwar ein gutes Essensangebot, aber wenig Freizeitmöglichkeiten. Das Paar beklagt, es gebe zu wenig Informationen über Sehenswertes in der Nähe. So sei beispielsweise das Schwimmbad in Waldmohr schön, allerdings hätten sie die meisten Freizeitangebote eher zufällig entdeckt. Eva und Thomas Schlegel betonen, sie würden nicht wiederkommen an den Ohmbachsee, sind aber der Meinung, Wanderer und Fahrradfahrer seien hier gut aufgehoben. Arantxa Diaz und Victor Perez hingegen sind nicht als Urlauber aus Spanien nach Deutschland gereist. Seit geraumer Zeit campt das Paar am Ohmbachsee. Diaz strebt eine Ausbildung zur Hotelfachfrau an, Perez möchte gerne zum Mechatroniker ausgebildet werden. Beide machen momentan ein Praktikum in den jeweiligen Berufszweigen und beginnen wohl bald Monat ihre Ausbildung, vorausgesetzt, die Praktikanten machen einen guten Eindruck bei ihren Arbeitgebern. Neben ihren Berufswünschen ist es ihnen wichtig, Deutsch zu lernen und die Kultur kennenzulernen. In ihrer Freizeit fahren sie viel Fahrrad, um die Umgebung zu erkunden, wandern und gehen gerne ins Schwimmbad. Von Ende Juni bis Mitte September ist der Wolfsteiner Campingplatz voll belegt. Etwa zwei Drittel seiner Gäste sind Ausländer, berichtet Geschäftsführer Reginald Burgers. Dazu zählen Dänen, Belgier und Engländer, vor allem aber Niederländer, die seit Jahren besonders gerne nach Wolfstein kommen und zurzeit fast alle 100 Plätze bewohnen. Die Familie Buttink aus Sittard ist zum ersten Mal in Wolfstein. Ihre Tochter Veronique (zwölf) hat den Platz im Internet herausgesucht. Dabei waren für ihre Entscheidung das Schwimmbad und der Fußballplatz besonders wichtig. „Wir sind erst zwei Tage hier, aber es gefällt uns gut“, sagt die Familie übereinstimmend. Sie schätzen besonders die sanitären Anlagen auf dem Platz und die Ausflüge nach Wolfstein. Auch auf die Fackelwanderung, die für die Camper angeboten wird, freuen sie sich. Die Familie van der Vaardt mit den beiden Töchtern Chantal (18) und Marielle (15) war 2011 zum ersten Mal da. Die Empfehlung kam von Verwandten, die im Jahr vorher in der Westpfalz waren. Seitdem haben sie jedes Jahr in Wolfstein Urlaub gemacht und wollen drei Wochen bleiben. „Es ist ein gemütlicher Platz, ruhig und nicht zu groß“, begründen sie ihre Wahl. Die beiden Töchter sind am liebsten im Schwimmbad, das die Camper kostenlos nutzen können. Aber auch Ausflüge stehen auf dem Programm. In den vergangenen Jahren war die Familie in Kaiserslautern, Idar-Oberstein und Meisenheim. Sehr beliebt ist der Barfußpfad in Bad Sobernheim, der fast jedes Mal besucht wurde. Auch Jordi (sieben) und Tim (vier) de Visser aus Nieuwegein sind das vierte Mal da, nachdem ihre Großeltern den Campingplatz „entdeckt“ hatten. „Hier können sich die beiden frei bewegen“, sagen ihre Eltern. Wichtig sei vor allem der Spielplatz und bei schlechtem Wetter das Spielhaus, wo sie schnell Kameraden gefunden haben. Natürlich ist für sie auch das Schwimmbad attraktiv, und bei den Ausflügen haben sie die Dinosaurier im Gartenschaugelände beeindruckt. Jim de Visser erzählt, dass seine Frau gerne bei einem Textildiscounter im Gewerbegebiet Pfingstweide einkauft. Aber nicht nur Familien mit Kindern findet man auf dem Campingplatz. Chris und Wim Hofman, ein Rentnerehepaar aus Nijmegen, sind zum dritten Mal in Wolfstein, das ihnen von Freunden empfohlen wurde. Hier haben sie ein kleines Ferienhaus gemietet. „Wir lieben die Natur, die uns ein Gefühl von Freiheit gibt, und die Landschaft“, sagt das Ehepaar. Sie waren auf verschiedenen Campingplätzen, aber Wolfstein gefällt ihnen besonders gut. Neben Ausflügen zum Wildpark Potzberg oder zur Burg Lichtenberg nutzen sie die Wälder der Umgebung für Wanderungen. Das Angebot auf Burg Lichtenberg zieht so viele Gäste an, dass auch in den Sommerferien die Zimmer der Musikantenland-Jugendherberge komplett ausgebucht sind. „Natürlich sind wir auf Klassenfahrten spezialisiert“, sagt der Betriebsleiter Tillmann Högerich im Gespräch mit der RHEINPFALZ, aber dennoch sind die 106 Betten der Jugendherberge auf der Burg Lichtenberg auch in der Ferienzeit alle belegt. Während der Schulzeit besuchen auch Klassen aus Belgien, Holland, Frankreich und Amerika die Burg. Aber die Jugendherberge bietet auch ein breites Familienangebot, weshalb es auch jetzt nicht an Gästen mangelt. Zum Teil kommen Familien wieder zu Besuch, weil das Kind eine Klassenfahrt zur Burgruine im Westrich besonders schön fand. Die drei Betreuerinnen eines Schülerhorts aus Pirmasens erklären, dass sie bereits zum wiederholten Mal auf Burg Lichtenberg seien. Sie seien vor ein paar Jahren mit 15 Kindern im Alter von sieben bis 13 Jahren dagewesen , und es habe den Kindern so viel Spaß gemacht, dass sie dieses Jahr wiederkamen. „Wir unternehmen jedes Jahr eine dreitägige Freizeit“, erklären die Betreuerinnen, und die spannenden Angebote der Burg scheinen es geschafft zu haben, die Gruppe erneut in die Burgruine zu locken. Anders sieht es bei der Gruppe um Familie Ochs aus. „Wir machen mit drei Familien hier Urlaub“, erklärt die aus Frankfurt stammende Familienmutter. In die Pfalz gekommen ist sie auf den Rat ihrer Schwester hin, die bereits auf einer Hochzeit auf Burg Lichtenberg gewesen sei, wo es ihr auch sehr gut gefallen habe. Nach zwei von insgesamt vier Nächten bestätigt die Familie, dass es sich gelohnt habe, da es den Kindern sehr gut gefalle. „Wir haben versucht, uns gar nicht so viel vorzunehmen, weil das Gelände schon sehr viel bietet“, erklärt sie. Allerdings hätten sie schon Waldspaziergänge unternommen, was gerade für die Kinder sehr schön gewesen sei. Aber auch die organisierten Angebote wie die Burgrallye hätten sie schon in Anspruch genommen. |kmei/dhb/celi