Rheinpfalz Leserbriefe an die Lokalredaktion:

Nach meiner Erinnerung war Herr Hessing bei der Verwaltungsreform in den 70er Jahren Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag. Er dürfte die damalige Reform entscheidend mitgeprägt haben. In JU-Kreisen wurde er als die „graue Eminenz“ bezeichnet. Diese Reform nahm auf den Bürgerwillen keine Rücksicht. Das war nicht in Ordnung. Zu Hinterweidenthal muss noch gesagt werden, dass zumindest der damalige Ortsbürgermeister Ewald Eitel (ebenfalls im Vorstand der Kreis-CDU) mit der Zuordnung zu Hauenstein einverstanden war, wenn seine Forderung, die Handelsschule Hauenstein nach Hinterweidenthal zu verlegen, erfüllt wurde. Dies wurde ihm, selbst Lehrer an der Handelsschule, zugesagt. Sie wurde später auch nach Hinterweidenthal verlegt. Es war also keine Gewaltkur, sondern ein „Kuhhandel“. Es kann nicht angehen, eine Verwaltungsreform mit den gleichen Methoden wie vor fast 50 Jahren gegen den Bürgerwillen zu machen, zumal auch die anderen Fakten alle für Annweiler sprechen. Jetzt hat man die Möglichkeit, die Fehler der damaligen Reform zu korrigieren. Solidarität ist keine Einbahnstraße und vom Kreis, insbesondere vom Landrat, haben wir in den letzten Jahren wenig Solidarität erfahren. Ich muss zugeben, ich finde es kurzweilig, die Berichterstattung und die Leserbriefe zu verfolgen, bei denen so mancher Bürger mit Herzblut und Leidenschaft um eine Fusion von Hauenstein mit der VG Annweiler wirbt. Sogar eine Bürgerinitiative haben wir jetzt! Man erfährt, dass die Queich nach Annweiler und nicht nach Dahn fließt. Dass nur die Anbindung an Annweiler Fortschritt und Wachstum durch die Anbindung an die Metropolregion verspricht. Ich fühle mich in Hauenstein wohl, weil es so tolerant, liberal und weltoffen ist. Die Argumentation der BI lässt aber die alte, tief verwurzelte Ablehnung gegenüber den Gemeinden des Dahner Tals durchscheinen. Bei der BI Hauenstein mangelt es meiner Meinung nach an rational nachvollziehbaren, objektiven Argumenten, die für eine Fusion mit Annweiler sprechen. Vielleicht ist die jüngere Generation aber etwas offener und nicht mehr so mit den alten Vorbehalten behaftet. Vielleicht sind deshalb auch so wenig jüngere Menschen in der BI engagiert, was schon öfter beklagt wurde. Landau und Annweiler stellen sich mit ihren Bürgerinitiativen vehement gegen den Ausbau der B 10, den aber viele Hauensteiner fordern. Das wäre die Anbindung an die Rhein-Neckar-Region, die uns wirklich weiterbringen würde. Kann Annweiler die Interessen unserer Gemeinde angemessen vertreten? Verkehrstechnisch sei Dahn von Hauenstein aus schlecht zu erreichen, wie so oft kolportiert wird. Das kann ich nicht unterschreiben. Ich glaube, dass den verantwortlichen der BI Hauenstein nicht klar ist, was für einen Rattenschwanz an personal- und kostenintensiven Umstrukturierungen eine Fusion mit einer VG eines anderen Landkreises mit sich bringt. Ich lasse mich gerne davon überzeugen, dass Annweiler die bessere Wahl für uns ist. Ich hoffe, dass der momentanen Polemik noch ein paar sachlich nachvollziehbare Argumente folgen werden.