Rheinpfalz Leserbriefe an die Lokalredaktion:

91-72181043.jpg

Dass vielen Menschen unklar ist, was mit der Urne nach Ablauf der Ruhezeit in einer Urnenwand geschieht, mag stimmen. Frau Cahn ist anscheinend aber auch unklar, was mit einem klassischen Erdgrab passiert, wenn die Ruhezeit abgelaufen ist und die Fläche wieder neu belegt wird. Was ist, wenn der Bagger kommt, um ein neues Grab auszuheben, und dabei Teile der Gebeine von Vorgängern ans Licht bringt? Wo bleibt da der geistliche Beistand (vorausgesetzt, es handelte sich um Kirchenmitglieder)? Warum kommen in diesem Bericht fast nur Geistliche zu Wort und nicht auch Menschen, die sich für eine Beisetzung in einer Urnenwand entschieden haben? Ich denke, in einer Gesellschaft, in der sich in den letzten Jahrzehnten fast unsere gesamte Lebenskultur verändert hat, sollte man auch mit diesem Thema entspannter und objektiver umgehen. Eine Reformierung des Bestattungsgesetzes wäre wünschenswert. Zum Beispiel wie in Frankreich, wo man die Urne sogar auf dem eigenen Grundstück beerdigen kann. Meines Wissens kann man in Deutschland nur bei Seebestattungen von „für die Ewigkeit“ sprechen. Selbst bei Friedwaldbestattungen beträgt die Ruhezeit „nur“ 99 Jahre. Ich für meine Person würde mir keine Beisetzung in einer Urnenwand wünschen, da ich zu erdverbunden bin. Mir gefallen Urnenwände auch nicht, aber ich bin weit davon entfernt, meinen persönlichen Geschmack für verbindlich zu erklären. Bestattungsorte und Begräbnisrituale haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder geändert. Daran ist nichts Schlimmes. Nach meiner Meinung handeln Hinterbliebene in ethischer Hinsicht richtig, wenn sie den Wunsch eines Verstobenen nach einem bestimmten Bestattungsort respektieren. Die Erfüllung eines letzten Wunsches hilft auch bei der Trauerarbeit. Was Hinterbliebene ganz sicher nicht benötigen, sind unerbetene Ratschläge, wie sie zu trauern haben. Jeder trauert auf seine Weise. Die RHEINPFALZ hat in ihrer Ausgabe vom 22. September erklärt, wozu das Taschengeld gezahlt wird – nämlich zur „Deckung persönlicher Bedürfnisse“. Dies sind wahrscheinlich zum ersten Telefonkarten und Hygieneartikel. Das heißt, dass das Geld zum Großteil im Kreis Kusel bleibt und unsere Geschäfte etwas voller werden. Ich habe da ein negatives Erlebnis in einem Discounter mitbekommen, als eine Kassiererin zu einer Kollegin meinte: „Die sollen doch dann einen Dolmetscher mitbringen“, und eine Kundin daneben meinte, dass sie schon eine Viertelstunde hätte warten müssen – „wegen dem“. Ich habe nun eine Bitte an alle Geschäftsführer der Discounter und Supermärkte: Informiert euer Personal, was auf sie zukommt. Damit die Mitarbeiter doch etwas mehr Gelassenheit an den Tag legen. Natürlich wird die große Leistung der freiwilligen Helfer in der Bevölkerung anerkannt, aber die Akzeptanz der Flüchtlinge ist eine andere Frage. Wenn Sie Fragen und Anregungen haben, wenden Sie sich vielleicht doch an die RHEINPFALZ, dort werden die Berichte gut recherchiert. Vielleicht ist dies die bessere Lösung als Facebook. Die DB-Bahn-Billig-Enkeltochter Südwest-Mobil bekam den Zuschlag für das Linienbündel Pfälzer Bergland. Die DB-Bahn-Tochter Saar-Pfalz-Bus (RSW) hat sich erst gar nicht beworben – zu teuer. Fazit nach den Problemen im Busverkehr zu Schulbeginn und auch noch heute: Billige Qualität gibt es nicht… Nicht im Ein-Euro-Ramschladen… Erst recht nicht bei der Beförderung von Menschen! Dies sollten sich die Aufgabenträger und Vergabestellen mal ganz dick in ihre (Partei-)Bücher schreiben. Südwest-Mobil (SWM) hat genauso wie Regionalbus Westpfalz riesige Probleme, Fahrer zu finden. Wohl logisch, wenn man im Vorfeld vergisst, 15 Fahrer für die zu erbringenden Fahrleistungen zum Schulbeginn überhaupt einzuplanen. Aus allen Bereichen der DB Regio Bus wurde Personal in die Westpfalz geschickt, um die Leistungen abzudecken, und im Ausland werden Fahrer rekrutiert. Die Unzufriedenheit der SWM-Fahrer kennt im Moment keine Grenzen. Sie sind teilweise am Ende ihrer Belastbarkeit. Dies schlägt sich, wie vor den Ferien, im Krankenstand nieder, so dass es wieder zu Ausfällen kommen könnte. 20 Prozent weniger Einkommen, das bedeutet bei manchen Fahrern zwischen 300 und 500 Euro weniger im Monat als bei Saar-Pfalz-Bus. Und diese Fahrer haben sicherlich keine riesigen Löhne jeden Monat nach Hause getragen. Das Ganze auch noch bei längeren Arbeitszeiten und wesentlich schlechteren Pausenregelungen. Gar nicht zu reden von den Dienstplänen, die, so scheint es, von Laien oder von einem Programm erstellt wurden. Über 13 Stunden Anwesenheit am Arbeitsplatz, und bezahlt werden gerade mal 50 Prozent davon. Pausen von drei bis fünf Stunden irgendwo da draußen im schönen Pfälzer Bergland, ohne die Möglichkeit, zur Toilette zu gehen, ohne Sozialräume – eben im Bus, wo es ganz sicher im Winter schön warm ist (wenn man den Motor laufen lässt ) und wo man gemütlich sein Pausenbrot essen kann. Planung und Disposition gehen anders. Es ist eben so. Billig gewinnt immer. Und alles zu Lasten des Fahrpersonals. Aber Hauptsache, der Burgenbus dreht seine Runden und bringt bei 24 Fahrten am Tag Hunderte von Menschen zu den touristischen Highlights der Region (Remigiusberg und Burg Lichtenberg). Außer bei den Bürgern der an der Fahrstrecke liegenden Dörfern wird dieses Angebot so gut wie gar nicht benutzt. Dies sind nur Realitäten, die der Schreiber (ehemaliger DB-Busfahrer) selber sieht und von früheren Kollegen erfahren hat, und es wäre noch viel mehr zu berichten.

x