Rheinpfalz Kraniche auf Weg in Winterquartiere
Am Himmel über Rheinland-Pfalz herrscht derzeit Hochbetrieb. Abertausende Zugvögel verlassen ihre Brutgebiete und ziehen in wärmere Regionen nach Südeuropa oder Afrika. Auch die ersten Kraniche sind bereits zu ihren Winterquartieren aufgebrochen. Der Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz hat alle Naturbeobachter aufgerufen, Kraniche über die Online-Datenbank „Naturgucker“ zu melden.
Wenn die Tage kürzer werden, sieht man sie wieder am Himmel, die langen Ketten fliegender Kraniche. In immer wieder neuen Wellen überqueren die vor allem aus Skandinavien kommenden Tiere zusammen mit den heimischen Brutvögeln die Republik auf ihrem Weg in die südeuropäischen Winterquartiere. Rheinland-Pfalz liegt in einer Hauptzugroute der Kraniche auf ihrem Weg von der Ostsee in ihre Winterquartiere im Südwesten Europas. An ihren nördlichen Sammelplätzen – zum Beispiel bei Rügen und an der Mecklenburgischen Seenplatte – finden sich im Herbst 80.000 bis 100.000 Kraniche ein. Bei günstiger Witterung brechen einzelne Schwärme früh morgens auf und ziehen südlich und nördlich am Harz vorbei. Sie erreichen dann in den Nachmittags- und Abendstunden Rheinland-Pfalz. Naturfreunde konnten bereits vergangenes Wochenende viele Schwärme des laut trompetenden „Glücksvogels“ am Abendhimmel beobachten. Bundesweit wurden in die Online-Datenbank „Naturgucker“ 130.000 Tiere eingetragen. Ein Hauptbeobachtungsbereich war Rheinland-Pfalz. „Für den Naturbeobachter sind die ziehenden Kraniche an ihrer keilförmigen Formation und den trompetenartigen Rufen zu erkennen“, erklärt Olaf Strub, Geschäftsführer des Nabu Rheinland-Pfalz. Die kräftigen und erfahrenen Tiere fliegen an der Spitze, dann folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren. Die V-Formation hat enorme energetische Vorteile. Wenn die Tiere eine gewisse Höhe unterschritten haben und an eine Stelle mit guten Aufwinden kommen, löst sich die Formation auf, und die Kraniche schrauben sich wieder nach oben, was oft als Desorientierung fehlgedeutet wird. „Je mehr Daten wir über das Zugverhalten der Kraniche bekommen, desto bessere Aussagen können wir treffen. Nur wenn wir wissen, wo sich die Tiere aufhalten, können wir vor Ort aktiv Schutzmaßnahmen ergreifen“, betont Strub die Bedeutung der Mithilfe aus der Bevölkerung. (ugw) Info Kranichbeobachtungen online melden unter www.nabu-rlp.de.