Kultur Südpfalz Kraftvoller Brahms

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Lieben Sie Brahms? Die Programmkonzeption von Karsten Krutz im rustikalen Konzertsaal des Klanghofs in Impflingen gab einmal mehr beim Konzert eine neue Antworten auf die rhetorische Frage.

Anspruchsvoll und virtuos war das Kammerkonzert mit den Solisten Hiroko Tamaki (Violine), Guillaume Terrail (Violoncello) und Karsten Krutz (Klavier). Klaviertrios von Mozart, Beethoven und Brahms zeigten die stilistischen Möglichkeiten dieser Gattung, die sich häufig als kleine Form des Klavierkonzerts erweisen. Mozarts Trio C-Dur KV 548 entstand etwa zur Zeit der Oper „Die Hochzeit des Figaro“, was gleich zu Beginn des lebhaften Allegro zu spüren war. Hier ließ Mozart, der zu seiner Zeit auch ein überragender Pianist war, den pianistischen Fähigkeiten freien Lauf und folglich gestaltete der Pianist Karsten Krutz diesen Teil virtuos und klanglich etwas dominierend. Den bei Mozart noch untergeordneten Cello-Part gestaltete Guillaume Terrail in lebendigem Zusammenspiel mit den musikalischen Partnern. Im Andante cantabile aber entfaltete sich eine innere Spannung, ein differenziertes Ausgestalten der musikalischen Linien im klassischen Sinne. Hiroko Tamaki kreierte einen klaren und feinen Klang, der Raum schuf für Ruhe und Kontemplation. Wie ein Paukenschlag wirkten dagegen die ersten veröffentlichten Klaviertrios op. 1 von Ludwig van Beethoven. Er führt Mozarts Konzept weiter, fordert die konzertante Interaktion noch stärker und gibt dem Cello deutlich anspruchsvollere Aufgaben. Die Wiedergabe des Trios G-Dur op.1 Nr.2 mit seinen vier Sätzen erfolgte mit Frische und Spielfreude. Auch hier war es das Largo con espressione, in dem der junge Beethoven den Ruhepunkt setzt und den Musikern Raum für ausdrucksvolles Spiel lässt. Hier ging es sowohl um Tiefe und Klangschönheit der Streichinstrumente als auch um filigranes Legatospiel im Klavierpart. Und diese Qualitäten finden sich auch im späten Klaviertrio c-Moll op.101 von Johannes Brahms. Aufgrund des wuchtigen Allegro energico, das mit mächtigen Akkorden des Pianisten beginnt und das lyrische Streicherthema kontrastiert, entwickelt sich eine Dramatik, die dynamisch an Grenzen geht. Stilsicher gestaltete Krutz den Klavierpart, er spielte einen kraftvollen Brahms. Dann folgte das langsame graziöse Andante, Tamaki und Terrail durften mit Intensität und Wärme einen zauberhaften Streicherklang entfalten, inmitten des Hexenkessels berauschender Tempi. So war es ein Konzert großer Kontraste, kraftvoller Virtuosität aber auch expressiver Momente. Nach begeistertem Applaus gab es als Zugabe einen in sich ruhenden Satz von Joseph Haydn. |wtz

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