Rheinpfalz Konzipiert für Belange einer kleinen Großfamilie

Auch wenn das geplante stationäre Hospiz „Hildegard Jonghaus“ bislang nur auf Papier existiert, hat es bereits Form angenommen. In Gestalt eines Architekturmodells, das Bauherr und Architekt Alexander Blanz Vertretern des Fördervereins stationäres Hospiz Westpfalz übergeben hat.
„Dies ist unser erster offizieller Auftritt als eingetragener Verein“, freute sich der Vorsitzende des Fördervereins, Marcus Klein. Aufgabe des Vereins sei es, den Hospizgedanken in der Region bekannt zu machen und die Werbetrommel zu rühren, um den DRK-Kreisverband Kaiserslautern-Land als Träger zu unterstützen. „Wir brauchen jede finanzielle Hilfe“, bestätigte DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Nickolaus, „nicht nur für den Bau, sondern auch später für die anfallenden laufenden Kosten. Die werden nämlich nur zu 90 Prozent von den Krankenkassen übernommen.“ Das stationäre Hospiz soll in direkter Nachbarschaft des Nardini-Klinikums St. Johannis entstehen (wir berichteten). Entstehen wird ein eingeschossiger Bau auf einem 3000 Quadratmeter großen Areal, umgeben von Grün. Das Haus sei für die Belange einer kleinen Großfamilie konzipiert. Funktional, aber dennoch mit individuellem Wohncharakter. Sanfte Farben sollen das Konzept unterstreichen, das nicht an die Atmosphäre einer Krankenhausstation erinnern möchte. Das gelte auch für die zehn Einzelzimmer, die alle über eine eigene Terrasse verfügen. „Mit 18 Quadratmetern sind die Zimmer so groß geschnitten, dass auch ein zweites Bett Platz hat, falls Angehörige übernachten wollen.“ Der dritte Bereich bleibe dem Personal vorbehalten. Dass mit dem Hospiz in der Westpfalz eine würdevolle Sterbebegleitung in stationärem Rahmen ermöglicht wird, ist auch Hans-Jürgen Gabriel ein großes Anliegen. Als langjähriger Chefarzt der Inneren Abteilung und Palliativstation am St. Johannis-Krankenhaus weiß er nicht nur um den großen Bedarf, sondern auch wie wichtig es ist, den Bedürfnissen todkranker Menschen gerecht zu werden. Deshalb möchte er als zweiter Stellvertreter des Fördervereins Botschafter der Hospiz-Idee sein. Der Name des Hospizes geht auf Hildegard Jonghaus zurück, eine Bürgerin, „die uns unerwartet 250.000 Euro hinterlassen hat“, so Nickolaus. „Ein projektgebundenes Erbe, das den Impuls zum Bau gab.“ Die Kosten belaufen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro. „Nun hoffen wir auf Unterstützung des Deutschen Hilfswerks. Dann wären insgesamt 600.000 Euro bereits gesichert“, so Nickolaus. Um für das Projekt zu werben und es vorzustellen, lädt der Förderverein für Montag, 13. Oktober, 19 Uhr, zu einem Informationsabend in der Zehntenscheune Landstuhl ein. (juf)