Karlsruhe RHEINPFALZ Plus Artikel Kinderoper „Schaf“ im Badischen Staatstheater

Große Tanzszene aus der Kinderoper „Schaf“ in der Produktion des Jungen Staatstheaters in Karlsruhe.
Große Tanzszene aus der Kinderoper »Schaf« in der Produktion des Jungen Staatstheaters in Karlsruhe.

Bei den bis 4. März laufenden Händel-Festspielen des Badischen Staatstheaters Karlsruhe gibt es auch eine Kinderoper für Menschen ab vier Jahren. „Schaf“ von Sophie Kassies ist ein mit einer schönen Geschichte und viel Barockmusik.

„Schaf“, die Kinderoper der niederländischen Autorin Sophie Kassies wurde schon 2005 uraufgeführt und seither in der deutschen Übersetzung von Eva Maria Pieper auch hierzulande von vielen Bühnen gespielt. Die Geschichte hat scheinbar nichts mit der Barockoper zu tun, wohl aber basieren die Musikstücke auf barocken Werken von Claudio Monteverdi, Henry Purcell, Antonio Vivaldi und eben Georg Friedrich Händel, denen übrigens sehr geschickt neue Texte unterlegt sind. Ein Streichquartett und ein Cembalo begleiten den Gesang, wobei die Alte Musik bewusst nicht modern bearbeitet ist. Das junge Publikum erlebt deshalb sowohl den Charakter von Oper im Allgemeinen als auch den der barocken Spielart im Besonderen.

Da ja bei den Händel-Festspielen in diesem Jahr einige Cross-over-Programme geboten werden, passt es natürlich sehr gut, dass auch ein Angebot für das junge Publikum gemacht wird, das erfreulicherweise auch gut an- und aufgenommen wird.

Überaus gelungene Produktion

Die Opernsparte und das Junge Staatstheater arbeiten hier zusammen – und die überaus gelungene Produktion bleibt auch nach den Festspielen noch im Spielplan.

Wie der Titel schon sagt, geht es in dem Stück um ein Schaf. Dieses begegnet dem Prinzen Lorenzo, der nicht König werden will und hilft ihm beim Verstecken der Krone. Beide sind nun Freunde, doch wie soll der Prinz seinen Freund nennen, wo das Schaf doch keinen Namen hat. Also macht sich das Schaf auf, einen Namen zu bekommen. Das gestaltet sich ziemlich schwierig und führt das Schaf auf große Abenteuerreise. Am Ende bekommt es einen Namen geschenkt. Doch wie der dann lautet, erfahren das am Ende Alt und Jung im Publikum? Die Sache geht jedenfalls gut aus, so viel sei verraten.

Ein gutes Ende

So ganz ohne Bezug zur Barockoper ist diese Märchengeschichte nicht. Viele Stücke damals spielten zwar nicht unter Schafen, aber doch in der arkadischen Welt von Schäferinnen und Schäfern. Große Feste wurden (besonders in der französischen Oper) auch gefeiert. In der Kinderoper gibt es ein buntes und sehr temporeiches Kostümfest. Und dass engelgleiche Wesen für das gute Ende sorgen, ist typisch für die Barockzeit. In der Kinderoper sind es denn auch zauberhafte Figuren, die dem Schaf einen Namen schenken.

Dieses Stück ist also ein ebenso ansprechender wie kunst- und gehaltvoller Spaß, den Anja Kühnhold, die Oberspielleiterin der Oper, sehr lebendig und originell auf die Bühne bringt. Sehenswert ist auch die wandlungsfähige Ausstattung von Tilo Steffens mit mal hübschen, mal sehr aufwendigen Kostümen. Vom Ensemble des Jungen Staatstheaters sind Laman Leane Israfilova als Schaf und Riccardo Pallotta als Prinz und als ganz viele andere Figuren dabei. Beide spielen ganz großartig, mit viel Spaß, der aufs Publikum überspringt, und sind dabei sehr glaubwürdig in ihren Rollen.

Animierendes Musizieren

Musiziert wird bei der Kinderoper auch sehr schön und animierend. Die Sopranistin

Henriette Schein und die Mezzosopranistin Helena Donie bieten ganz viel Wohllaut und Gesangskultur. Und unter der vorzüglichen musikalischen Leitung von Jan Arvid Prée am Cembalo spielen Henrique Goncalves und Svenja Krafft (Violine), Hansol Lee (Bratsche) und Godwin Ude (Cello). Die Musikerinnen und Musiker haben auch darstellerische Aufgaben, spielen munter mit und greifen nur bei Bedarf zu ihren Instrumenten.

Info

Vorstellungen am 27. Februar um 10 Uhr, 3. März um 15 Uhr, 25. April und 8. Mai um 11 Uhr. www.staatstheater.karlsruhe.de, 0721 933333.

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