Kultur Südpfalz Karlsruhe: Konzert des Vereinsheims Baldu im Tempel

Im Vereinsheim Baldu war wieder die halbjährliche Sitzung. Die Band um den Schlagzeuger Tommy Baldu trifft sich zwei mal im Jahr unter anderem im Karlsruher Tempel und lädt sich dazu illustre Gäste aus Europa ein. Der „Vorstand“, bestehend aus Baldu, David Maier (Stimme), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Sound) und Haegar (Visuals) beweist dabei immer ein gutes Händchen und überrascht das Publikum jedes mal aufs Neue mit herausragenden Sängern.
Der Clou bei der Geschichte ist, dass die Band von Publikum umgeben, die kleine „Bühne“ mit altmodischen Wohnzimmerlampen dekoriert ist und die Wände ringsum von Haegar (bekannt vom Ball des Sports in Landau wie Baldu aus Jockgrim) , der im Übrigen auch von Bands wie Die Fantastischen Vier, Söhne Mannheims oder a-ha engagiert wird, visuell bespielt werden. Dieses Konzept ist mittlerweile so gefragt, dass die Veranstaltung jedes Mal ausverkauft ist. In diesem „Wohnzimmer für die Sinne“ erklingen keineswegs mainstreamige Popsongs aus der Retorte. Im Gegenteil hört man von Tommy Baldu, dass er immer schon mal einen Song schreiben wollte, der wie Cream (1966-68) klingt und Maier einen mit „′nem intelligenten Text“. Und so klingt „Dorian Gray“ dann auch – einfach wie ein guter Rocksong aus den Sechzigern. Auch der zweite Song des ersten Gastes, Emil Landmann aus Holland, passt in dieses Konzept und klingt ziemlich psychedelisch. Der Berliner Singer-Songwriter Max Prosa ist längst kein Unbekannter mehr und bekam im letzten Jahr als einziger von Leonard Cohen die Erlaubnis, dessen „Hallelujah“ zu covern. In seinem „Flügel“ flög′ er, wenn er könnt davon, auf seinen Flügeln aus Beton, und sein „Chaossohn“ würde auf jedem Festival die Massen begeistern. Die norwegische Sängerin Farao setzt dazu einen stimmungsvollen Kontrast mit gemächlichen Rhythmen. Arthur Braitsch wohnt eigentlich in Los Angeles. Und trägt mit seinem wunderbaren Song eine Art modernes „Albatros“ von Fleetwood Mac bei. Der Gitarrist Paucker, der schon mit Neun alle Beatles-Songs auswendig konnte, trug mitreißende Riffs und Grooves auf seinem Sechssaiter bei. Und wer bisher vergeblich versucht hat, eine Karte zu bekommen, wird es am 31. Juli leichter haben. Da findet Das Vereinsheim beim Zeltival im Tollhaus statt, wo es 800 Karten mehr als sonst gibt. (pb)