Rheinpfalz Isegrim vermutlich schon im Saarland angekommen
Die Hinweise verdichten sich, dass Wölfe ins nördliche Saarland eingewandert sind. Nach einem Verdachtsfall vom 1. September in Wadern deuten nun nach Angaben des Saarbrücker Umweltministeriums „alle Anzeichen“ darauf hin, dass vier Schafe, die am Mittwoch auf einer Weide im Kreis St. Wendel gerissen wurden, zur Beute „von einem, möglicherweise sogar von mehreren Wölfen“ geworden sind.
„Die Auffindesituation, der Abstand der Fangzähne voneinander, das Fehlen einzelner Gliedmaßen lässt vermuten, dass es sich bei dem oder den Angreifern nicht um einen Hund handelt“, erklärte Umweltminister Reinhold Jost (SPD) gestern. Wie schon zu Monatsbeginn, als ein Schaf bei Wadern gerissen wurde, seien auch an diesem Fundort Proben entnommen worden, um DNA-Spuren zu sichern. Jost erklärte, er habe zusammen mit Fachleuten die Weide des Schafhalters besucht: Dieser habe den Minister gebeten, den Namen des Ortes im Kreis St. Wendel nicht zu nennen. Um den Betrieb des Mannes zu schützen, werde dieser Wunsch erfüllt. Wie es der seit April im Saarland geltende neue Wolfs-Managementplan vorschreibt, wurden die Gewebeproben der am Mittwoch getöteten Schafe an ein Labor für Wildtier-Genetik am Frankfurter Senckenberg-Institut geschickt. Sollte dort herauskommen, dass es sich hier tatsächlich um eine Wolfs-Attacke gehandelt hat, kann das Frankfurter Labor nach Josts Angaben exakt bestimmen, woher der Wolf stammt. Allerdings könne die Auswertung der Proben bis zu drei Wochen dauern. Auch für die Tests von Gewebeteilen des am 1. September bei Wadern gerissenen Schafes stehen die Ergebnisse noch aus. Wie Reinhold Jost gestern sagte, hat er dem Schafhalter Geld für den Fall zugesagt, dass hier tatsächlich ein Wolf am Werk war: „In unserem Wolfs-Managementplan ist unter anderem ein finanzieller Ausgleich bei Nutztier-Rissen geregelt. Ich werde dafür Sorge tragen, dass dem Schafhalter schnell und unbürokratisch geholfen wird.“ Er sei sich sicher, dass der Plan „einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz des Wolfes leisten“ werde: Die Frage sei nicht gewesen, „kommt der Wolf oder kommt er nicht“, sondern „wann kommt er“. Jost: „Aller Voraussicht nach ist er da. Wir müssen uns jetzt darauf einstellen – ohne Hektik, ohne Panik.“ Wichtig sei jetzt die Beratung von Landwirten, Schaf- und Ziegenhaltern – etwa zu Schutzmaßnahmen im betroffenen Gebiet wie dem Bau von Sperrzäunen und gegebenenfalls zu finanzieller Entschädigung. (ghm)