Rheinpfalz „Irgendwann müssen wir auch schaffen“

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So hatten die Verantwortlichen des 1. FCK-Fan-Clubs Rotenstein sich den Auftakt ihrer Jubiläumsveranstaltungen am Dienstagabend nicht vorgestellt: Es war zu einem sportlichen Großereignis an das Langenbergstadion geladen worden. Hier fanden die zwei Fußballspiele des Abends statt. Weil eine Umleitung aber einen Stau verursachte, musste mit Verspätung angepfiffen werden.

Zunächst sollte die VfB-Münchweiler-Damenmannschaft gegen die Landesauswahl einer Damen-Polizeimannschaft antreten. Höhepunkt sollte dann das Spiel der Traditionself des 1. FC Kaiserslautern gegen die Polizeiauswahl Westpfalz sein. Aufgrund der Sperrung der Lazarettstraße und der damit verbundenen Umleitung musste mit Verspätung angepfiffen werden. Der Hintergrund ist folgender: Zurzeit wird in Münchweiler im Bereich Pirmasenser Straße, Lazarettstraße und Straße zum Ständenhof (Industriegebiet) unterirdisch ein Kanalstauwerk gebaut (wir berichteten zuletzt am 8. April). Dieser Kreuzungsbereich ist viel befahren. Die Arbeiten zur Pirmasenser Straßeneinfahrt waren am vergangenen Freitag beendet, die Straße somit wieder befahrbar. Eine anschließende Sperrung der Lazarettstraße wurde verschoben, „mit Rücksicht auf das am Freitag beginnende und über Pfingsten laufende Kienholzfest“, erklärte gestern Michael Lehnert, Bauleiter der beauftragten Firma Küntzler, auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Männer vom Bau hätten sich für Freitag einen Urlaubstag genommen. Die Zufahrt über die Lazarettstraße blieb also offen. Montags war Feiertag, also konnte am Dienstag die Arbeit wieder aufgenommen werden. Was die Arbeiter auch taten. Deshalb wurde die Lazarettstraße komplett gesperrt und sofort mit dem Aufbruch der Straße begonnen. Allerdings wurden am Dienstagabend viele Besucher zu dem sportlichen Ereignis im Kienholzdorf erwartet. Zum Auftakt der Feierlichkeiten zu seinem 25-jährigen Bestehen hatte der 1. FCK-Fan-Club Rotenstein zu zwei außergewöhnlichen Fußballspielen eingeladen. Die direkte Zufahrt zum Stadion verläuft über die Lazarettstraße. Um 18 Uhr standen sich im Vorspiel die Landesliga-Damenmannschaft des VfB Münchweiler und die Landes-Damen-Polizeiauswahl (Polizei Westpfalz) gegenüber. Die Gäste gewannen 4:0. Um 19.30 Uhr sollte das Hauptspiel stattfinden, die Traditionself des 1. FCK gegen die Westpfalz-Polizeiauswahl. Der Anpfiff erfolgte mit Verspätung, denn die von der Umgehungsstraße her anzufahrende Lazarettstraße war dicht. Die Umleitung führte über die Pirmasenser Straße hin zum Luitpoldplatz in der Ortsmitte, wo sich vier Straßen kreuzen, dann in die Prinzregentenstraße. Von dort kam man wieder in die Lazarettstraße. Ab etwa 17.30 Uhr herrschte dichter Verkehr auf der Umleitungsstrecke, die Leute standen im Stau. Die Verkehrsteilnehmer schienen nicht über die Sperrung informiert zu sein. Am Langenbergstadion selbst war der Vorsitzende des Jubelvereins, Jürgen Trauth, sauer: „Mit uns hat keiner geredet. Ich habe zu spät bemerkt, dass alles dicht war.“ Er habe dann so schnell wie möglich Schilder gemacht, mit Bildern von Bällen, und diese an die Umleitungsschilder gestellt, „damit die Fußballer wissen, wo der Ball rollt“. Trauth ist der Ansicht, dass man für das Ereignis noch einen Tag hätte zugeben können, bevor man die direkte Zufahrt sperrt, „dann hätt’s a so e Chaos net gebb“. Dagegen wehrt sich Lehnert: „Mit uns hat auch keiner geredet. Außerdem, ich habe davon nichts gewusst. Ich muss aber darauf hinweisen, dass wir schon freitags einen Tag Urlaub genommen haben, damit die Lazarett-Zufahrt frei blieb. Im Prinzip kostet so ein Tag mindestens 2000 Euro. Das kommt dann alles auf die Bürger zu im Kostenpaket. Also war der Dienstag der Arbeitstag, und die Lazarettstraße wurde dichtgemacht. Wir haben einen Bauzeitenplan, und daran müssen wir uns halten. Irgendwann müssen wir auch schaffen,“ verteidigt Lehnert die Sperrung. Als der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz, Wolfgang Denzer, von der Sperrung erfuhr, schlug er sofort Alarm, informierte via SMS und Whats-App-Nachrichten die anfahrenden Spieler. Die FCK-Spieler verloren übrigens 4:2 gegen die Polizeiauswahl. Es war der erste Sieg für die Polizei bei neun Begegnungen. Gefeiert wurde trotz Sperrung. Schließlich wusste man nun, wie man aus dem Kienholzdorf wieder herauskam. (mt)

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