Rheinpfalz iPads für den Kreistag

Im Kreistag geht es bald moderner zu. Mit einem App-basierten Ratsinformationssystem sollen die Kreistagsmitglieder – zumindest die, die das wollen – mit deutlich weniger Papier auskommen. Die Beschlussvorlagen, Ratsbeschlüsse und sonstige Schriftstücke können sie dann per iPad einsehen. Was für die Öffentlichkeit wie eine Neuigkeit daherkommt, ist für die Kreistagsmitglieder ein alter Hut: Schon im März 2014 wurde laut Kreissprecherin Ulla Eder der Beschluss dazu gefasst – in einer nichtöffentliche Sitzung.
Bisher hatte die Software allerdings noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Darüber informierte Dieter Zwing, Leiter der Zentralabteilung, am Montag den Kreisausschuss. Nach einem Software-Update sei man allerdings soweit, dass das Informationssystem im Kreistag vorgestellt werden könne. Diese Vorstellung würden die Kreisausschuss-Mitglieder gerne noch vor der nächsten Kreistagssitzung Ende Juni über die Bühne bekommen. Denn, so informierte Zwing weiter, wenn alles klappe, sollen die Tablets für die Ratsmitglieder über die Sommerpause eingerichtet werden. Einzig kompatible Hardware für die App: iPads für rund 600 Euro das Stück. Anna Silvia Henne (SPD) kritisierte, dass keine Lösung für Android-Geräte angeboten werde. Der Umstieg auf Tablets ist allerdings kein Muss: Die Kreistagsmitglieder können sich entscheiden, ob sie die Beschlussvorlagen zukünftig wie bisher auf Papier haben möchten, oder lieber auf dem iPad. Beides sei nicht möglich, machte Landrat Hans Jörg Duppré deutlich. Daher konnte Dieter Zwing auf Nachfrage von Susanne Ganster (CDU) auch nicht genau beziffern, wie hoch die Kosten sein werden. Noch wisse man nämlich nicht genau, wie viele Kreistagsmitglieder von der iPad-Variante Gebrauch machen werden. Davon dass sich die iPads durch die gesparten Drucke irgendwann amortisieren, kann man nicht unbedingt ausgehen. „Aber es geht ja auch darum, dass wir moderner werden“, macht Ulla Eder deutlich. Wenn Kreistagsmitglieder in Zukunft einen Beschluss suchen, der bereits einige Jahre zurückliegt, müssen sie nicht unzählige Ordner mit Sitzungsunterlagen wälzen, sondern können einfach und zeitsparend via iPad suchen. Arbeit mache bei der Umstellung auf die digitale Ratsinformation natürlich auch die Sicherheit. Es muss schließlich gewährleistet werden, dass nur die jeweiligen Kreistagsmitglieder auf ihren personalisierten Zugang zugreifen können, schließlich werden über das Ratsinformationssystem auch Unterlagen bereitgestellt, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Gefragt wurde im Ausschuss auch nach Erfahrungen anderer Kreise. Kollegen sprächen mit mehr oder weniger großer Begeisterung davon, sagte der Landrat. Heinrich Hoffmeister (SPD) merkte an, dass man bei der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land schon lange mit einem Browser-basierten Ratsinformationssystem arbeite. Papierlos sei dies aber nicht. Neben dem Ratsinformationssystem soll auch ein Bürgerinformationssystem kommen, ein Pendant für die Verwaltung laufe bereits, erklärte Kreissprecherin Eder auf Nachfrage. Die Verwaltung arbeite seit Anfang des Jahres mit dem System. Wann das Bürgerinformationssystem zur Verfügung stehe, ist noch nicht klar. „So schnell wie möglich“, sagte Eder. Interessierte Kreisbürger sollen dann auf alle öffentlichen Beschlussvorlagen und Sitzungspapiere online zugreifen können. (clc)