Rheinpfalz Interview: „Eppenbrunn bietet Erholung pur“
Ja, und wir wollen an diesem Prädikat festhalten. Zurzeit läuft wieder ein Jahr lang die Bewertung. Dazu sind Messstationen aufgebaut, wo wöchentlich Proben genommen werden. Dazu hat sich der Rat trotz aller Sparmaßnahmen durchgerungen. Auch wenn die Messung über 10.000 Euro kostet. Eppenbrunn hat sich schon vor Jahren dem sanften Tourismus verschrieben. Wegen finanzieller Probleme können wir das alleine aber nicht leisten. Daher sind wir froh, dass der Verbandsgemeinderat für zwei Jahre Peter Zimmermann aus Dahn verpflichtet hat. Der soll uns Ratschläge geben, wie man den Tourismus in Pirmasens-Land voranbringt. Was hat Eppenbrunn Touristen denn zu bieten? Wir haben eine super schöne Landschaft – zum Wandern, zum Radfahren, zum Erholen. Erholung pur sozusagen. Vor allem im Frühjahr und im Herbst kommen die Leute zum Wandern. Der Premiumwanderweg Altschloßpfad wurde neu angelegt, die Zertifizierung steht aber noch aus. Damit soll unser Aushängeschild, die Altschloßfelsen, zur Geltung kommen. Den Weg haben der Fremdenverkehrsverein, der Pfälzerwald-Verein, die Forstverwaltung und das Hotel Kupper initiiert. Dass sich Vereine und Personen gemeinsam für den Ort zusammentun, das nimmt langsam aber stetig zu. Eine erfreuliche Entwicklung, die sich auch bei anderen Aktivitäten im Ort zeigt. Nennen Sie mal ein Beispiel. Das Maibaumfest haben wir schon mehrmals zusammen mit CDU, SPD, dem Verein Wir für Eppenbrunn und dem Pfälzerwald-Verein veranstaltet. Auch die Bunny-Hoppers waren dabei. Gerade die Zusammenarbeit von CDU und SPD wäre in früheren Jahren undenkbar gewesen. Man sieht, dass da was zusammengeht. Der Verein „Wir für Eppenbrunn“ ist noch relativ jung, aber sehr rege, oder? Ja, die Vereinsgründung war eine sehr positive Entwicklung. Der Verein organisiert die Feste im Ort – die Ostereier-Suche im Freizeitpark oder das Parkfest zum Beispiel. Er ist eine Art Triebfeder für Vereinsaktivitäten, bei denen sich dann auch andere anschließen. Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft noch mehr Bürger einfach anpacken, anstatt nach der Gemeinde zu rufen. Wir haben beispielsweise etliche Bürger, die sich seit Jahren um die Pflege von Brunnen und Grünanlagen kümmern. Dagegen tragen einige Grundstücke leider nicht zur Verschönerung des Ortsbildes bei. Ganz im Gegenteil. Hier besteht Handlungsbedarf an den Straßenfronten. Die Gemeinde hat leider immer weniger Personal. Da ist es schwierig, Geschaffenes zu erhalten – unseren Freizeitpark zum Beispiel, der sich wirklich sehen lassen kann. Eppenbrunn liegt etwas abseits. Wie ist es denn um die Infrastruktur bestellt? So schön Eppenbrunn liegt, so schwierig ist es mit der Infrastruktur. Man muss eben immer fahren. In den letzten Jahren haben wir viele Einbußen gehabt: Die Grundschule wurde geschlossen, die Sparkasse, die Postfiliale, die nun zum Glück wieder in der Bäckerei dabei ist, auch Zahnarzt und Allgemeinmediziner gibt es nicht mehr. Die ärztliche Versorgung ist in vielen Gemeinden im Landkreis ein Problem. Da sind First Responder mit Sitz in Eppenbrunn ganz wichtig, deren Einsatzgebiet auf die gesamte Hackmesserseite ausgeweitet wurde. Die kümmern sich um die Erstversorgung, bis der Krankenwagen da ist. Das ist eine nicht mehr wegzudenkende Institution. Interview: Christian Clemens