Rheinpfalz Im Nationalteam der Notare am Ball

WALDFISCHBACH-BURGALBEN. Als „langen Weg“ bezeichnet Benedikt Kühle selbst die Zeit seiner Ausbildung, bis er jetzt das Notariat in Waldfischbach-Burgalben von Michael Weinsheimer übernehmen konnte. Denn Notar zu werden, ist in Rheinland-Pfalz nicht einfach.
Die Anzahl ist beschränkt auf 53 Notariate. „Nur wenn ein Notariat frei wird, kann man sich darauf bewerben“, erklärt der junge Notar. Die Wartezeit betrage im Durchschnitt mindestens drei Jahre. Kühle selbst hat knapp vier Jahre auf eine freie Stelle warten müssen. Zuvor war er als Assessor bei Notariaten in Landstuhl und Haßloch beschäftigt. Jura hat Kühle in Heidelberg studiert, das erste und zweite Staatsexamen abgelegt. „In Heidelberg habe ich auch promoviert.“ Dass er nach dem Jurastudium den Beruf des Notars ergreifen würde, sei ihm schon früh klar gewesen. Sein Vater und auch schon der Großvater waren Anwaltsnotare. „In meiner Heimat in Nordrhein-Westfalen kann man Anwalt und Notar gleichzeitig sein.“ Doch Anwalt wollte Kühle nie werden: „Ich muss mich als Notar nie auf eine Seite stellen wie ein Anwalt, sondern stehe zwischen den Leuten, um einen passenden Vertrag zu verfassen.“ Gereizt habe ihn, dass er freiberuflich arbeiten könne: „Man ist selbst verantwortlich, trägt aber auch das Risiko.“ 13 Jahre habe er das Ziel angesteuert, deshalb habe er sich sehr gefreut, dass er das Notariat übernehmen konnte. „Gleichzeitig habe ich aber auch Respekt vor der Verantwortung allen Leuten gegenüber, die zu mir kommen.“ Als Notar sei man Berater und Ansprechpartner in Situationen, die bei den meisten Menschen nicht so oft vorkommen. Dass es ihn von Nordrhein-Westfalen über Heidelberg als Assessor vor vier Jahren in die Pfalz verschlagen hat, gefällt dem ledigen 32-Jährigen gut. „Nicht in jedem Bundesland ist man als Notar freiberuflich.“ Er fühle sich hier sehr wohl: „Ich habe das Gefühl, genau hierhin zu gehören, obwohl ich erst seit vier Jahren hier lebe.“ Deshalb habe er auch nie daran gedacht, in seine Heimat – das Münsterland – zurückzukehren, „außer zu Besuchen natürlich“. Die pfälzische Landschaft sei vielfältig und komme ihm bei seinen Hobbys Laufen und Wandern sehr entgegen. Sport spielt überhaupt eine große Rolle in seiner Freizeit, schmunzelt der Notar. „Das nächste Fußballstadion ist nicht weit entfernt in Kaiserslautern und ich merke immer mehr, dass ich FCK-Anhänger werde.“ Einmal in der Woche spielt er in einer Hobby-Mannschaft. „Außerdem spiele ich in der Fußballnationalmannschaft der Notare“, berichtet er stolz. Jedes Jahr tragen die Notare etlicher europäischer Länder ihre EM aus: „In diesem Jahr spielen wir an Christi Himmelfahrt in Prag.“