Rheinpfalz
Horbach: Fast alle Kommunen im Kreis haben nun schnelles Internet
Beim schnellen Internet spielt der Landkreis Südwestpfalz, was die flächendeckende Versorgung anbelangt, bundesweit in der ersten Liga. Die Gewerbegebiete sind seit 2018 zügig im Netz unterwegs. Nun wurden die Lücken bei der Versorgung privater Haushalte geschlossen. Gefeiert wurde am Montag in Horbach.
Breitbandausbau, das ist Entwicklung des ländlichen Raumes, „und wir haben die Entwicklung des ländlichen Raumes im Landkreis Südwestpfalz längst angepackt“, sagte Landrätin Susanne Ganster. Rund 20.000 Haushalte im Kreis seien nun 18 Monate nach Projektbeginn besser mit schnellem Internet versorgt. In vielen Kommunen steht bereits eine Bandbreite von bis zu 50 Mbit/Sekunde zur Verfügung. Im Laufe des Septembers werden die übrigen Gemeinden freigeschaltet. Riedelberg, die Campingplätze Clausensee und Hundsweihersägemühle im Laufe des Oktobers und Hofstätten, wenn die Wasserversorgung dort erneuert ist. Dann steht in 97 Prozent aller Kommunen im Kreis Internet mit einer Bandbreite von bis zu 50 Mit/Sekunde bereit (Rheinland-Pfalz: 75,5 Prozent). Mit bis zu 30 Mbit/Sekunde sind im Kreis 98 Prozent der Haushalte versorgt (Land: 83,4). „Eine bessere Versorgung haben dann bundesweit nur 33 kreisfreie Städte“, sagte Hans Dietrich, der Breitband-Koordinator des Landkreises Südwestpfalz, der demnächst in Ruhestand geht. Für seine Arbeit wurde er von allen Seiten hoch gelobt. Seine Nachfolge tritt Klaus Weber an.
Ausbau geht weiter
„Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau“, unterstrich Staatssekretär Randolf Stich. Und auch Landrätin Ganster machte deutlich, dass es mit dem Breitbandausbau weiter gehen soll und wird. Das Land habe im Haushalt Gelder für die nächsten Projektstufen eingestellt, zu denen Glasfaser in jedem Haus gehört. Im Kreis geht es im nächsten Schritt darum, weitere 848 Haushalte anzuschließen, das Krankenhaus in Rodalben und die Grundschulen. Die Vorbereitungen dafür laufen.
173 Kilometer Glasfaserkabel verlegt
3,86 Millionen Euro erhält die Deutsche Telekom, die für den Kreis den Ausbau vorgenommen hat, als Investitionskostenzuschuss für die bisherige Arbeit. 2,32 Millionen kommen vom Bund, 1,16 Millionen Euro vom Land und 386.000 Euro muss der Landkreis selbst bezahlen, finanziert über die Kreisumlage. Für dieses Geld wurden unter anderem 132 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Auf eigene Rechnung hat die Telekom weitere 41 Kilometer Glasfasertrasse gebaut. Insgesamt liegen im Kreis derzeit 173,4 Kilometer Glasfaserkabel.
Kreis hat Weitsicht bewiesen
Das sei binnen 18 Monaten nur wegen der hervorragenden zentralen Bündelungsstrategie möglich gewesen, die im Landkreis gefahren worden sei. Und weil die Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr gut funktioniert habe, lobte Thomas Müller, Leiter Infrastruktur Südwest und Mitte bei der Telekom. Dass das Projekt von Bund, Land und Kommunen gemeinsam getragen wurde, ist für Randolf Stich ein Schlüsselfaktor. Der Kreis habe Weitblick bewiesen, sagte Pietro Pitruzella von der Atene-Kom GmbH, die das Projekt für den Bund koordiniert. Ihr Amtsvorgänger Hans Jörg Duppré habe hier mit den Gremien die entscheidenden Weichen gestellt, unterstrich Ganster.
Horbach lässt Tauben aufsteigen
Die Gemeinde Horbach, jetzt auch versorgt, ließ weiße Tauben aufsteigen. „Wir haben unseren bisherigen Nachrichtenübermittlern die Freiheit geschenkt und sie in den verdienten Ruhestand entlassen“, sagte Horbachs Bürgermeister Walfried Schäfer lachend.
Zur Sache: Was Kunden tun müssen
In vielen Orten im Landkreis Südwestpfalz ist das schnelle Internet bereits verfügbar, in fast allen Orten bis spätestens Ende Oktober. Wer als privater Endverbraucher schnelles Internet nutzen will, muss aber noch selbst tätig werden. „Anschluss an das Glasfasernetz“, heißt der Auftrag, der der Telekom erteilt werden muss und jeweils einen Tag nach Freischaltung des Netzes (Infos unter: www.telekom.de/netz/breitbandausbau-deutschland/landkreis-suedwestpfalz) beauftragt werden kann. Das geht online oder telefonisch bei der Telekom sowie im Telekom-Shop. Wessen Vertrag bisher auf eine Bandbreite bis 6000 oder 16.000 Mbit/Sekunde ausgelegt war, muss auf einen Vertrag aufstocken, der die zur Verfügung stehende Bandbreite (im Schnitt bis zu 50 Mbit/Sekunde) bietet. Kunden, die bereits Verträge mit 50 oder 100 Mbit/s abgeschlossen haben und nutzen, müssen bei der Telekom ebenfalls auf einem der drei Wege den Anschluss an das Glasfasernetz beauftragen. Das schnelle Netz wird auch ohne Zubuchung von Magenta TV freigeschaltet. Darauf wiesen am Montag Telekom-Vertreter hin.