Rheinpfalz Hommage an den klassischen Zirkus
Der Weihachtscircus des Pirmasensers Jakel Bossert gehört in Landau zur Weihnachtszeit wie Glühwein und Plätzchen zum Thomas-Nast-Nikolausmarkt. Das diesjährige Motto „Salto Mortale“ ist eine Hommage an den klassischen Zirkus mit Tieren, Clowns und Akrobaten.
Totti ist eine Nummer für sich: Im knallroten Smoking, mit Lackschuhen, schwarzer Hornbrille und mit lippenstift-roter Nase steht er im Publikum und singt. Seine Zuhörer klatschen enthusiastisch zum Takt. Dann schnappt sich Totti ein winziges Saxofon und übertönt mit einem großartigen Solo die Bigband im Hintergrund. So geht das einige Minuten lang. Minuten, in denen er mehrmals die Größen seines blechernen Musikinstruments wechselt. Das Publikum ist begeistert. Tottis Kunst, visuelle Komik, Slapstick, Parodie und Musik miteinander zu verbinden, ist einzigartig in Europa. In der Zirkuswelt gilt er als einer der besten Clowns unserer Zeit. Zuletzt wurde sein Können beim „Nikulin Circus Festival“ in Moskau geehrt. Sein vielfältiges Programm zeigt der 36-jährige Deutsch-Spanier beim Landauer Weihnachtscircus. Für zweieinhalb Wochen schlägt Jakel Bossert wieder seine nostalgischen Zelte auf dem neuen Messegelände auf. Unter dem Motto „Salto Mortale“ treten zum 17. Mal Artisten aus aller Welt auf. „Das Motto ist eine Hommage an den klassischen Zirkus mit Tieren, Akrobaten und Clowns, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiert“, berichtet der Pirmasenser Zirkusmacher. „Salto Mortale“ ist eine Zirkus-Fernsehserie aus den 1970-Jahren, die vom Leben einer Artistenfamilie erzählt. Da ist Totti Alexis genau richtig. Auch seine Familie ist seit fünf Generationen dem Zirkus verbunden. Bereits mit 13 Jahren begann Totti seinen eigenen Stil von Komik zu entwickeln. Auch Tottis Sprösslinge sind Kinder des Lachens. In Landau treten die vier und sechs Jahre alten Nachwuchsclowns erstmals zusammen mit Mama und Papa in Deutschland auf. 2013 war Totti bereits im Programm des Weihnachtscircus zu sehen. Der Clown, verrät Bossert, sei immer der erste Künstler, den er engagiere. „Erst muss die Komik stehen. Das restliche Programm wird dann um den Clown herumgebaut.“ Und das ist laut Hans-Ludwig Tillner, der das Programm mit aufstellt, wieder eine „prickelnde Landauer Mischung“. International etablierte Manegenstars wechseln sich mit vielversprechenden Newcomern ab. Bosserts Tochter Ann-Katrin etwa gehört mit ihren Landauer Weihnachtsponys zu den Klassikern. Genauso wie John Burke mit seinen patagonischen Seelöwen Lou und Micky aus dem Norden Deutschlands. Zum ersten Mal ist Perle Micheletty in Landau. An einem Kronleuchter zeigt sie eine variantenreiche Akrobatik unter der Zirkuskuppel. Und dort bewegt sich rasant auch Jefferson Weber. Hoch in der Luft fährt er in einem Holzkegel Fahrrad. „Die absolut abgasfreie Alternative zur Motorradkugel“, scherzt Bossert. Mit fünf Luftnummern gibt es dieses Jahr so viel Akrobatik wie noch nie im Weihnachtscircus. Dazu gesellt sich der Bauchredner André Sarmenta, der zusammen mit Oliver Sarmenta auch die Show moderiert. „Abwechslung ist uns sehr wichtig. Kein Jahr soll dem anderen gleichen“, betont Bossert. Deshalb ändert sich mit dem Programm auch immer die Rahmenunterhaltung. Denn Unterhaltung gibt es zu jeder Zeit auf dem Gelände, das mache denn Weihnachtscircus aus. Neu in diesem Jahr ist die After-Show-Party. In der Bar im Raubtierkäfig gibt es Livemusik. Weitere spezielle Angebote – wenn auch nicht neu – sind der sogenannte Circus-Schmaus in der Königsloge, der Blick hinter die Kulissen oder die traditionelle Silvesterparty. Und Vereine können sich auch wieder vorstellen. Info Landauer Weihnachtscircus vom 21. Dezember bis 6. Januar auf dem Messegelände, Alfred-Nobel-Platz. Infos zur Veranstaltung sowie Kartenbestellung unter www.landauer-weihnachtscircus.de