Rheinpfalz Holzhauser tritt nicht mehr an

Ortsbürgermeister Martin Holzhauser (CDU) erklärte am Ende der Gemeinderatssitzung am Montagabend, dass er in der nächsten Wahlperiode nicht mehr für das Amt des Ortsbürgermeisters kandieren werde. Er wolle sich nach mehr als 35 Jahren aus der Kommunalpolitik gänzlich zurückziehen.
Lob für seine Arbeit kam auch aus den Reihen der SPD-Fraktion, deren Fraktionssprecher Wolfgang Stemler sagte: „Wir hatten es mit dir nicht immer einfach, doch so viel wie du auf die Beine gestellt hast, das hat bisher noch kein Ortsbürgermeister geschafft.“ Dafür gab es Applaus des gesamten Gremiums. Auch im Rat von Nanzdietschweiler warb Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel für die Gründung von Forstzweckverbänden und stieß auf offene Ohren. Die Gemeindevertreter zeigten sich interessiert an einer umweltverträglichen Waldbewirtschaftung und sprachen sich für das von Kleinhempel vorgestellte sogenannte BAT-Konzept aus, ein Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz. Ein Element dieses Konzeptes ist die Ausweisung von Waldrefugien. Es handelt sich um für zirka 30 Jahre eingerichtete, kleinere, meist an Steilhängen gelegenen Waldflächen, die nur noch zu einem Fünftel der bewirtschafteten Holzbodenfläche zugerechnet werden. Der Wald wird quasi sich selbst überlassen, die sich entwickelnden Biotopbaumgruppen, Höhlenbäume sowie Tothölzer sichern den Lebensraum zahlreicher Arten. Die ausgewählten Biotopbäume bleiben bis zur ihrer vollständigen Zersetzung im Wald. Die ausgewiesenen Flächen werden dem Öko-Konto der Gemeinde gutgeschrieben. Ein solches Konzept und die Ausweisung von Refugien bedarf der Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde. Einstimmig sprach sich das Gremium für die Bildung eines Forstzweckverbandes aus. Zwar befürchteten einige Ratsmitglieder, dass mit dem Beitritt die Gemeinde ihre Selbstbestimmung aufgebe. Kleinhempel widersprach: Die einzelnen Kommunen blieben auch weiterhin Eigentümer ihres Waldes. Im Groben setze das zehn Jahre gültige Forsteinrichtungswerk, das vor Eintritt in einem Zweckverband neu erstellt werden müsse, die ökologischen und wirtschaftlichen Leitlinien. Als großen Vorteil wertete Kleinhempel, dass das Forstamt nur noch einen Wirtschaftsplan je Zweckverband erstellen müsse. Richtig sei aber, dass nicht die Gemeinden, sondern der gewählte Vorstand des Zweckverbandes über diese Pläne zu entscheiden habe. Verbindliche Regeln werden über eine Satzung festgeschrieben. Förster Andreas Bonin unterstrich die Ausführungen Kleinhempels. Bonin betonte: „Der Gemeindewald von Nanzdietschweiler kann unter den jetzigen Strukturen nur sehr schwer positive Zahlen schreiben.“ In der Gegend gebe es darüber hinaus keine forstwirtschaftliche Kultur. So müssten leistungsfähige Betriebe von außerhalb angeworben werden. Durch die Anfahrten zu den in den Revieren verstreuten, kleinen Hiebflächen fielen zudem hohe unproduktive Zeiten an, die zusätzlich die Kosten in die Höhe trieben, befand der Förster, der bisher als Revierleiter für die privaten Waldbesitzer im Landkreis zuständig war. Eine längere Debatte entfachte die Festsetzung des Gemeindeanteils für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in fünf Gemeindestraßen. Während Martin Holzhauser aus Gründen der Gleichbehandlung der Anlieger beispielsweise der Katzenbacher Straße einen Gemeindeanteil von 50 Prozent zur Diskussion stellte, sah dies das Gros der SPD-Fraktion als unvertretbar an. Ihr Vorschlag, der größtenteils auf eine durch das Oberverwaltungsgericht festlegten Staffelung fußt, bezieht sich auf den innerörtliche Durchgangsverkehr. Letztlich wurden die prozentualen Festlegungen einstimmig getroffen. Wegen überwiegendem Anliegerverkehr wurde der Gemeindeanteil in Felsen- und Hügelstraße sowie Am Hübel auf 25 Prozent festgesetzt, in der Ringstraße auf 35 und in der Von-der-Leyen-Straße auf 50 Prozent. Ratsmitglieder, die mit Anliegern verwandt sind, wurden von der Abstimmung ausgeschlossen.