Rheinpfalz »HIER SPRICHT BERLIN«: Rauchen ausdrücklich erlaubt
Wird im deutschen Fernsehen nicht schon genug getalkt? Nein, findet die ARD – und startet am 1.10. mit „Hier spricht Berlin“ eine neue Plaudersendung aus der Hauptstadt, in der Politjournalistin Eva-Maria Lemke („Kontraste“) und Sportmoderatorin Jessy Wellmer („Sportschau“) mit ihren Gästen über ein aktuelles Thema sprechen. Und das in möglichst lockerer Atmosphäre: In dem einstündigen Talk „darf getrunken und – wenn die Gäste sich trauen – auch geraucht werden“, betont der RBB, der die Show für das Erste produziert. Die berühmte Berliner Luft ist in diesem Fall also tabakgeschwängert. Für die Auftaktsendung haben Moderator Günther Jauch, Musiker Sido, Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller, Opernsänger Thomas Quasthoff und Autorin Else Buschheuer zugesagt. Die Gastgeberinnen Wellmer und Lemke wollen über das Jubiläum des Mauerfalls von 1989 sprechen. In diesem Zusammenhang ist auch der historisch beziehungsreiche Titel der neuen Show bedeutsam: Mit den Worten „Hier spricht Berlin“ begann im Mai 1945, kurz nach dem Zusammenbruch von Nazi-Deutschland, die Rundfunkübertragung auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR. Auf den Hauptstadt-Nimbus setzt der RBB auch in seiner PR für die neue Show. Da heißt es: „In Berlin wurde und wird Geschichte geschrieben. Hier fallen Entscheidungen, die das ganze Land betreffen – damit sei die Stadt genau der richtige Ort für „Hier spricht Berlin“. Seit Ende September zeigt das Erste am Dienstagabend wechselnde Talks, die meisten davon laufen schon lange in den Dritten Programmen: Die „NDR Talk Show“ mit Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt, der „Kölner Treff“ mit Bettina Böttinger und der 45 Jahre alte Fernsehklassiker „3 nach 9“ mit Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo. „Hier spricht Berlin“ (zweite Ausgabe: 22.10.), das einzige neue Format in dieser Reihe, wird sich mit ihnen abwechseln. Dass das Erste erfolgreiche Sendungen aus den Dritten übernimmt, ist nicht neu – Shows wie „Inas Nacht“, „Extra 3„ „Ladies Night“ oder „Carolin Kebekus: Pussy Terror TV“ sind schon erfolgreich gewechselt. Die Talks sollen am Dienstag laut ARD-Programmdirektor Volker Herres „mit einem hohen journalistischen Anspruch, einer heitereren Grundstimmung und überraschenden Situationen ebenso zur Unterhaltung wie zum Mitdenken einladen.“