Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Hauenstein: Schäden im Wald sichtbar machen

Mit einer Plakataktion macht das Forstamt Hinterweidenthal an frequentierten Wanderwegen auf die Folgen des Klimawandels für den
Mit einer Plakataktion macht das Forstamt Hinterweidenthal an frequentierten Wanderwegen auf die Folgen des Klimawandels für den Wald aufmerksam.

HAUENSTEIN. Der Wald ist in den Schlagzeilen: Große Flächen sind durch Dürre, Sturm und Borkenkäfer massiv geschädigt. Die Alarmglocken schrillen. Aufrütteln will auch eine landesweite Aktion der Landesforsten Rheinland-Pfalz, an der sich das Forstamt Hinterweidenthal beteiligt.

An mehreren Stellen entlang besonders frequentierter Wanderwege wurden großformatige Info-Schilder angebracht, die darauf hinweisen, dass Klimawandel und Waldschäden keine abstrakten und entfernten Erscheinungen sind, sondern sehr wohl auch die Region betreffen.

Wanderer für das Problem sensibilisieren

Wie Richard Schwarz vom Forstamt Hinterweidenthal mitteilte, ist die Region im Vergleich zu anderen rheinland-pfälzischen Gebieten – dem Westerwald beispielsweise – bisher zwar noch glimpflich davon gekommen. Dennoch seien die Folgen des Klimawandels für den Wald auch hier nicht zu übersehen: „Mit der Plakatkampagne will der Forst die Wanderer für die Klima- und Waldproblematik sensibilisieren und bislang aufgetretene Waldschäden ganz konkret und vor Ort visualisieren“, beschreibt der Förster das Ziel der Plakataktion.

Unter der Überschrift „Was hat der Klimawandel hier angerichtet?“ wird zunächst festgestellt, dass der „Wald in Gefahr“ sei. Spätestens seit dem „Hitze- und Dürresommer 2018“ sei deutlich geworden, dass der Klimawandel „Fahrt aufgenommen“ habe. Die Bäume seien an das „heimische Klima gewöhnt“ und könnten als „langlebige und ortsfeste Lebewesen steigenden Temperaturen und häufigerem Extremwetter nicht ausweichen“. Zudem setze die „Massenvermehrung von wärmeliebenden Schädlingen wie dem Borkenkäfer“ den „klimagestressten Bäumen“ zu und bedeute „oft den sicheren Tod“.

Klimaschäden sichtbar machen

Auf dem Plakat werden dann die Klimaschäden konkretisiert, die an dem Waldstück festzustellen sind: In der Nähe der Vier Buchen hängt das Poster unmittelbar an einem Bereich, wo der Bestand mit anhaltender Dürre und dem Befall durch Borkenkäfer zu kämpfen hat. Im Bereich Kirchenröder an der Gemarkungsgrenze zwischen Hauenstein, Lug und Schwanheim, wo ein größerer Waldbestand vom Sturm betroffen war, wird auf die Problematik der Extremwetterlagen für den Wald hingewiesen.

Klimastabile Baumarten pflanzen

Als konkrete Gegenmaßnahme werden an den Vier Buchen die Pflanzung und die Förderung „vorhandener klimastabiler Baumarten“ wie Weißtanne und Buche genannt. Langfristig gehe es darum, „Wälder im Klimawandel zu stabilisieren“ und einen „vielfältigen und strukturreichen Wald“ zu schaffen, in dem mehrere Baumarten verschiedenen Alters, verschiedener Höhe und verschiedener Stärke ebenso wachsen sollen wie wärmeliebende Baumarten. Das alles gehe nicht von heute auf morgen: „Der Waldumbau ist eine Jahrhundertaufgabe“, heißt es da, die „Fachwissen, Anstrengung und Ausdauer“ erfordere.

Kein Angebot für Borkenkäfer

In dem Gebiet Kirchenröder gelte es, das vom Sturm angerissene und gefällte Holz „möglichst schnell aus dem Wald“ zu holen und auf einen zentralen Lagerplatz zu schaffen, um dem Borkenkäfer kein weiteres Betätigungsfeld zu geben. Richard Schwarz spricht von rund 2500 bis 3000 Festmetern Schadholz, die im Bereich des Forstamtes Hinterweidenthal anfielen. Insgesamt aber hielten sich die Schäden in der Region noch in Grenzen: „Es gibt Forstämter, die im Vergleich zu uns ein Vielfaches an Schadholz aufzuarbeiten haben.“

„Auch du bewegst was!“ fordert das Plakat schließlich den Betrachter auf, selbst aktiv zu werden. Es verweist auf die Homepage www.klimacoach-rlp.de mit 28 Angeboten, die allesamt dem Ziel dienen, in kleinen Schritten, leicht umsetzbar und ganz individuell dem Klimakiller CO2 den Kampf anzusagen.

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