Rheinpfalz Hahn-Verkauf: Handelskammer kennt Käufer nicht

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MAINZ (dpa/nob). Die Chinesische Handelskammer in Deutschland kennt den neuen Investor am defizitären Hunsrück-Flughafen Hahn bislang nicht. Eine Kollegin habe die Shanghai Yiqian Trading Company (SYT) auch nicht im chinesischen Internet entdeckt, sagte ein Sprecher der Kammer am Dienstag.

Der Mainzer Innenminister Lewentz hatte SYT am Montag als Käufer der Landesanteile am Airport vorgestellt (wir berichteten gestern). Zur Tatsache, dass chinesische Medien den Einstieg der SYT am Airport Hahn anscheinend ignoriert haben, sagte der Handelskammer-Sprecher in Berlin: „Das sind Punkte, die uns ein bisschen stutzig machen. Aber wir können noch keine konkrete Aussage machen.“ Die Shanghai Guo Qing Investment Company, die als eine der Investorengesellschaften hinter der SYT und als Baufirma genannt wird, sei dagegen bekannt. „Das ist ein großes Unternehmen“, sagte der Sprecher. Die rheinland-pfälzische CDU hegt Zweifel an der Seriosität der SYT mit Yu Tao Chou als Generalbevollmächtigten, der nach eigenen Angaben Arzt ist und den Hahn schon öfters als Pilot angeflogen hat. „Die Branche ist entsetzt“, sagte CDU-Fraktionsvize Alexander Licht. Die am Montag von der SYT am ehemaligen US-Fliegerhorst Hahn vorgelegten Pläne wirkten nicht tragfähig. Die CDU sei nicht grundsätzlich gegen den Verkauf des Airports. „Mit unseren jetzigen Informationen können wir aber dem Hahn-Veräußerungsgesetz im Landtag nicht zustimmen.“ Es gebe mehr Fragen als Antworten: „Im Moment sehe ich auf pfälzisch ein Drufflege-Geschäft.“ Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat dagegen gestern das geplante Gesetz über den Verkauf des Flughafens Hahn an Shanghai Yiqian Trading gegen Kritik der CDU verteidigt. Nach ihren Worten wird erst mit dem Gesetz der Verkauf des Hunsrück-Flughafens festgeschrieben. Gleiches gelte für weitere Regelungen des notariellen Kaufvertrags wie zum Beispiel Bedingungen und eine Obergrenze für künftige Investitionszuschüsse an den Käufer. Nach geltendem Recht sei die Zustimmung des Landtags notwendig, wenn große Vermögenswerte des Landes verkauft werden sollen, sagte Dreyer. Dreyer zeigte sich überzeugt, dass das Land einen seriösen Käufer für den Hahn gefunden hat. Die Veräußerung sei „eine echte Chance“ für den Airport, aber es gebe keine Garantie für dessen zukünftigen Erfolg.

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