Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Höhfröschen: Fast im gesamten Ort gilt Tempo 30

Mithilfe eines Online-Kalenders soll künftig einfacher einsehbar sein, was im Dorfgemeinschaftshaus und der angrenzenden Halle g
Mithilfe eines Online-Kalenders soll künftig einfacher einsehbar sein, was im Dorfgemeinschaftshaus und der angrenzenden Halle geplant ist. Foto: Seebald

Ganz Höhfröschen wird Tempo-30-Zone. Ganz Höhfröschen? Nein, nicht ganz. In der Hauptstraße gilt weiter Tempo 50. Aber in allen anderen Ortsstraßen heißt es künftig: Fuß vom Gas, maximal 30 Stundenkilometer sind erlaubt.

In vielen Straßen in Höhfröschen gilt bereits heute Tempo 30. Aber nicht in allen. Das macht es für Autofahrer manchmal schwierig, den Überblick zu behalten. An der einen oder anderen Einmündung ist zudem die Beschilderung unübersichtlich, war Bürgermeister Gerhard Hoffmann bei einer Fahrt durch den Ort aufgefallen. Insbesondere in Bezug auf die in der Tempo-30-Zone geltende Rechts-vor-links-Regelung.

Daher war sich der Gemeinderat bei der Sitzung am Montag einig: Tempo 30 überall – Ausnahme Hauptstraße. Anordnen muss das die zuständige Verkehrsbehörde, die Verbandsgemeinde. Und es braucht an allen Einfahrten i Schilder, die den Beginn respektive das Ende der Tempo-30-Zone anzeigen – insgesamt 17 Stück, wie sich in der Ratssitzung zeigte. Der Beschilderungsplan war noch von 16 Schildern ausgegangen, für die ein Angebot über 1400 Euro vorlag. Weitere Kosten entstehen nicht, denn die Gemeinde wird die Schilder in Eigenleistung aufstellen. Im Gegenzug kann manches andere Verkehrsschild entfernt werden. Mit weißen Linien an den Einmündungen sollen die Autofahrer für die Rechts-vor-links-Regelung sensibilisiert werden.

Entwässerung der Wirtschaftswege

Findig sind die Höhfröschener, wenn es um die Entwässerung der Wirtschaftswege geht. Zum Beispiel läuft am Wirtschaftsweg zur Kläranlage das Wasser nicht mehr richtig ab und beschädigt den Weg. Mittels gebrauchter Leitplanken, die zu Rinnen umfunktioniert werden, soll die Wasserführung verbessert werden. 15 Stück zum Preis von 357 Euro werden von der Masterstraßenmeisterei in Waldfischbach-Burgalben gekauft. Weil die VG-Werke für die Zufahrt zur Kläranlage unterhaltspflichtig sind, haben Ortsgemeinde und Werke eine Lösung vereinbart, die für beide Seiten Vorteile bringt. Die Werke zahlen fünf Leitplanken und die Anfahrt von 100 Kubikmetern Fräsgut, die beim Straßenausbau bei Bottenbach anfallen. Für die Werke ist das günstiger, als die Entwässerung durch eine Fachfirma erneuern zu lassen. Die Gemeinde sorgt für den Einbau und spart gleichfalls Geld, weil das übrige Fräsgut zur Ausbesserung weiterer Wirtschaftswege genutzt werden kann.

Am Friedhof, am Übergang der gerade ausgebauten Friedhofstraße zum Wirtschaftsweg, läuft das Regenwasser ebenfalls nicht vernünftig ab. Um es in den Graben abzuleiten, wird die Fläche mit Rasengittersteinen versehen, an die sich der Auslauf anschließt. Den Auftrag vergab der Rat an die Firma Staab, Schmitshausen, zum Preis von 2248 Euro.

Baukollektiv

Das Höhfröschener Baukollektiv, das der Bürgermeister ins Leben gerufen hat, um Arbeitseinsätze im Dorf zu leisten, „funktioniert sehr gut“, so Hoffmann. Zwischen den Ratssitzungen im September und der im Dezember gab es sieben Arbeitseinsätze. Unter anderem erhielt das Spielhaus am Kindergarten ein neues Dach. Es wurden Bäume geschnitten. Am Wirtschaftsweg Richtung Petersberg wurden drei Schlaglöcher repariert. Die Firma Staab stellte eine Rüttelplatte sowie einen halben Kubikmeter Asphalt zur Verfügung. Im Wirtschaftsweg Mühlbacher Feld wurde Fräsgut eingebaut und gewalzt. Bei einem zweitägigen Einsatz am Friedhof wurde ein Steinbeet angelegt. Gehwegplatten wurden gereinigt und neu verlegt, sodass der Bereich jetzt barrierefrei ist. Es fielen lediglich Materialkosten von 630 Euro an. Während das Baukollektiv den Weg am Erdbeerberg von umgefallenen Bäumen befreite, wurde ein Baum gezielt gefällt: der Weihnachtsbaum. Der ziert nun den Ort.

Replik auf die FWG-Kritik

Ein ironisches Dankeschön verteilte Hoffmann in der Ratssitzung an die FWG Höhfröschen. Die hatte die Arbeit des Bürgermeisters und des Rates bei einer Mitgliederversammlung öffentlich negativ bewertet. Die Freien Wähler hatten bemängelt, dass es keine Gesprächsangebote an die FWG gegeben habe. In den ersten 100 Amtstagen des Bürgermeisters sei außer ein paar Arbeitseinsätzen nichts passiert. Gleichzeitig hatte die FWG eine kreative, kritische Begleitung der Arbeit angeboten.

Er behaupte, dass in den vergangenen fünf Monaten in Höhfröschen mehr geleistet wurde als in den fünf Jahren, in denen die FWG den Bürgermeister gestellt habe, sagte Hoffmann. Bis jetzt sei von FWG-Seite kein positiver Beitrag gekommen. „Wenn das kreative Oppositionsarbeit ist, habe ich sie nicht verstanden“, bekannte Hoffmann. Wenn, wie von der FWG behauptet, weder die politisch Verantwortlichen in Höhfröschen noch die in der Verbandsgemeinde mit den Freien Wählern sprechen wollten, „würde ich mir mal überlegen, wer hier schief liegt. Alle anderen oder ihr“, sagte Hoffmann.

Ratssplitter

Dorffest und Neujahrsempfang. Am 15. Januar wird beim Neujahrsempfang in Höhfröschen auf das neue Jahr angestoßen. Um den Terminkalender für den Sportverein zu entzerren, auf dessen Gelände das Dorffest stattfindet, wurde es vom zweiten Juli-Wochenende auf das erste Wochenende im August verlegt.

Online-Kalender. Für das Dorfgemeinschaftshaus wurde ein Online-Kalender erstellt. Jetzt kann jeder sehen, wann was im Haus beziehungsweise in der angrenzenden Halle geplant ist. Der Termintausch wird so vereinfacht. Änderungen an der Belegung nimmt aber weiterhin nur der Bürgermeister vor.

Fichten. Auf einem Gemeinde-Grundstück sind sechs Fichten umgefallen. Durchmesser jeweils 50 Zentimeter. Um den Weg wieder begehbar zu machen, hat ein Bürger angeboten, die Fichten fachmännisch zu entsorgen, wenn er im Gegenzug das Holz zu einem vernünftigen Preis erhält. Der Rat beschloss, dem Mann das Holz für zehn Euro pro Festmeter zu überlassen.

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