Rheinpfalz
Höheinöd: Straßenlaternen per App steuern
„Money, Money, Money“ – dieser Hit fehlte im Abba-Medley, stellte Peter Antes, Dirigent des MGV Höheinöd am Sonntag beim Neujahrsempfang in Höheinöd fest. Dabei hätte der gut gepasst. Money, also Geld, ist es, was der Gemeinde fehlt. „Wie in fast allen Kommunen“, sagte Bürgermeister Lothar Weber (SPD).
Aber es bewegt sich was – weil Menschen ehrenamtlich anpacken und sich engagieren. Auch im neuen Jahr ist Muskelkraft gefragt: bei der Umsetzung des Friedhofskonzeptes und beim Spielplatz. Bürgermeister Weber hofft, dass Höheinöder bei der Feuerwehr tätig werden, die jetzt über die Wehr in Waldfischbach-Burgalben geleitet wird. Er erinnerte an die Feldbrände im vergangenen Jahr. Dass diese nicht katastrophal endeten, sei freiwilligen Feuerwehrleuten aus Nachbargemeinden geschuldet, die sich dafür einsetzten, „unser Hab und Gut zu retten. Das ist nicht selbstverständlich“, lobte Weber. Das könne aber kein Dauerzustand sein. Finde sich freiwillig niemand, müsse darüber nachgedacht werden, Menschen im wehrfähigen Alter zwangszuverpflichten, wie es in anderen Orten Deutschlands schon geschehen ist, meint Weber.
Postwesen und Telefon funktionieren wieder
Im Moment bekommen die Höheinöder pünktlich ihre Post, erhalten fristgerecht das Amtsblatt und können telefonieren. In Sachen Kommunikation war 2019, wie mehrfach berichtet, das Leben in der Sickingerhöhgemeinde manchmal schwierig. „Wir hoffen, dass es so bleibt, wie es jetzt ist“, unterstrich Weber. Was trotzdem funktioniert, ist die Werbung für den Wohnort Höheinöd. Seit der Fertigstellung des Autobahnanschlusses ist die Nachfrage nach Bauplätzen und Häusern ungebrochen hoch. „Das ist wichtig, wir brauchen junge Familien“, sagte sich der Bürgermeister.
Es brauche Flächen für Neubauten. Innerörtliche Entwicklung hat klar Vorrang. Mit der ehemaligen Schuhfabrik stünde zum Beispiel in Ortslage ein großes Gelände zur Verfügung. Über die laufende Dorferneuerung könnten Zuschüsse beantragt werden, um den Abriss des Schandflecks finanziell zu stemmen und Bauflächen auszuweisen. Diese Möglichkeiten biete der Gesetzgeber, der auf der anderen Seite durch die Regionalplanung aber bremse, der zufolge Höheinöd nicht so viele Bauplätze braucht.
Ehemalige Schule sanieren?
Der Abriss im Ortskern wird die Gemeinde beschäftigen. Für die frühere Gaststätte Woll und das ehemalige Anwesen Weis in der Nähe des Bürgerhauses wurde in dieser Hinsicht grünes Licht gegeben. Der Abriss werde so schnell aber nicht beginnen, sagte Weber. Es müsse zunächst untersucht werden, ob Sondermüll in den Gebäuden vorhanden ist. Die ehemalige Schule darf hingegen nicht abgerissen werden. Für Lacher im Saal sorgte Webers Erläuterung der Gründe: Die Kreisverwaltung sei der Ansicht, das Gebäude lasse sich in Eigenleistung von der Gemeinde noch mal herrichten.
Die neue Straßenbeleuchtung im Bereich der Seiters, wo der Ausbau in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, sei per App steuerbar. Weber, der im Ort als sparsam bekannt ist, erklärte schmunzelnd, dass der Bürgermeister künftig von zu Hause aus das Licht ausmacht.
Kirche kann sich nicht selbst um Kita kümmern
Ein Ingenieurbüro erstellt derzeit ein Raumkonzept für den Kindergarten, das der Gemeinde verschiedene Änderungsmöglichkeiten aufzeigen soll. Das Engagement der Ortsgemeinde für den Kindergarten würdigte Pfarrer Michael Emmerich. Die protestantische Kirche, Träger des Kindergartens, „wäre dazu finanziell nicht in der Lage“, sagte er.
Gemeinsam mit dem MGV, der Trachtentanzgruppe des TV Höheinöd und der Creek-Band wurde der Neujahrsempfang gestaltet. Die Vereine seien ein Rückgrat des Lebens in Höheinöd. Das mache unter anderem die Dorfgemeinschaft aus. Weber nutzte die Gelegenheit, um Sabrina Stephan, Alexander und Karl-Otto Stengel, Harald Kettering, Hans Broschey, Renate Behr, Karl-Heinz Schwab und Hans Haag für ihr Engagement zu ehren: Sie sind mit Ablauf der vergangenen Wahlperiode aus dem Rat ausgeschieden.