Rheinpfalz Gute Idee als Basis
Mannheim. Wer ein erfolgreiches Unternehmen gründen will, braucht eine gute Geschäftsidee. Aber auch Starthilfe ist oft nötig. Diese Förderung von Existenzgründern gehört zur Wirtschaftsstrategie der Stadt Mannheim. Deshalb ist man stolz, wenn Start-ups zu international erfolgreichen Unternehmen werden – so wie die Movilizer GmbH, die nun vom US-Konzern Honeywell übernommen wird.
Die gute Idee hatten Informatiker Jörg Bernauer, Betriebswirt Oliver Lesche und Medienwissenschaftler Alberto Zamora bereits vor zehn Jahren. Sie wollten eine Software auf den Markt bringen, die es Firmenmitarbeitern im Außendienst ermöglicht, sich ins Firmensystem einzuloggen – und das vor der Ära der Smartphones und Tablets. Mittlerweile ist die Movilizer GmbH ein Unternehmen mit 120 Mitarbeitern an acht Standorten in Europa und zählt 200 Unternehmen aus 30 Ländern zu ihren Kunden. Begleitet auf diesem Weg wurden die Gründer von der Wirtschaftsförderung Mannheim, der sie damals ihre Idee unterbreiteten. Bernauer, Lesche und Zamora gründeten die Firma Movilitas und bezogen auf Vermittlung der Wirtschaftsförderung Räume im alten Mafinex-Gebäude in Käfertal. „Wir waren keine gestandenen Unternehmer“, erzählt Oliver Lesche. „Es war wichtig, dass uns jemand an die Hand nimmt.“ Man habe von dem Netzwerk der Wirtschaftsförderung profitiert, beispielsweise wenn es um das Treffen von möglichen Investoren oder Fördermöglichkeiten ging. Im Mafinex-Technologiezentrum, einem der acht Existenzgründerzentren Mannheims, fühlten sich die Jungunternehmer wohl. Man profitierte vom Know-how der anderen Start-ups, dem Gemeinschaftsgefühl. Deshalb zog Movilitas 2008 mit in die neuen Räumen in den Lindenhof – damals mietete die Firma 160 Quadratmeter an, heute sind es über 660. „Es ist schön zu sehen, wie die Unternehmen wachsen und damit auch die von ihnen gemietete Fläche“, sagt Claudia Rabe, die Leiterin des Zentrums. 2013 wurde der Beratungszweig von Movilitas an einen US-Investor verkauft. Unter dem Namen Movilizer wurde die Produktentwicklung neu strukturiert. Der Markt der Cloud-Plattformen boomt. „Wir hatten in den vergangenen Jahren jeweils ein Wachstum von 60 Prozent“, bilanziert Lesche. 2015 habe man die Zehn-Millionen-Marke beim Umsatz überschritten. Solche Zahlen sind Musik in den Ohren von Bürgermeister Michael Grötsch. Die Movilizer GmbH ist für ihn ein „Paradebeispiel der Wirtschaftsförderung“ in der Quadratestadt. Wenn man das Gründertum in der Stadt stärke, sorge man für Gewerbesteuereinnahmen und sichere Arbeitsplätze, sagt er. Um weiter zu wachsen, hat sich das Gründertrio für einen Investor entschieden und ihn im US-Konzern Honeywell gefunden. Es hat seine Firma an ihn verkauft. „Mannheim bleibt Sitz, das Team und die Struktur bleiben bestehen“, betont Lesche, der mit seinen Partnern die Geschäftsführung übernimmt. Honeywell öffne die Türen zu Kunden und helfe, Movilizer am nord- und südamerikanischen Markt zu etablieren, erklärt Lesche. Das Unternehmen zieht in ein Gewerbegebiet in Neuostheim und macht im Technologiezentrum Platz für neue Firmengründer. (iak)