Rheinpfalz Gewinn im Wald nicht jedem genug

Der Leiter des Forstreviers Hackmesserseite, Förster Michael Betz aus Kröppen, hatte dem Ortsgemeinderat Bottenbach am Donnerstagabend den Entwurf des Forstwirtschaftsplans 2017 vorgelegt. Der Rat stimmte dem Plan, der einen Überschuss von 4788 Euro ausweist, bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung zu.
Vor allem Ratsmitglied Dieter Metz war der Gewinn aus der Holzernte von 650 Festmetern – 581 Festmeter kommen in den Verkauf – zu gering. Er verwies auf das weit höhere Plus in der Nachbargemeinde Großsteinhausen, wo ein Unternehmen den Wald bewirtschafte. Dem hielt Betz entgegen, dass man dort den vollen Hiebsatz einschlage, während man in Bottenbach mit dem Einverständnis des Rates den Wald seit Jahren moderat bewirtschafte. In den vergangenen zehn Jahren wurde nach dem Forsteinrichtungswerk gearbeitet, mit einem Einschlag von durchschnittlich 600 Festmetern statt der möglichen 802, so der Förster. Sofern es der Rat wünsche, könne man bis zur Hiebsatzobergrenze in den Wald eingreifen und dadurch einen höheren Gewinn erzielen. Bislang könne auch der Brennholzbedarf der einheimischen Selbstwerber von 154 Ster gedeckt werden, erklärte Betz auf Nachfrage des ersten Ortsbeigeordneten Klaus Weber. Der kam mit Blick auf die Beförsterungspraxis und den voraussichtlichen Gewinn zum Schluss: „Die Sache ist doch in Ordnung.“ Ein Projektierer beabsichtigt, auf Flächen in der Gemarkung Kröppen einen Windpark zu errichten. Für den Anschluss der Windräder, die auf Grundstücken eines Privatmannes gebaut werden sollen, an das Stromnetz soll die Kabeltrasse unter anderem über Bottenbacher Gemarkungen verlaufen. Einstimmig sprach sich der Rat für den Abschluss eines Gestattungsvertrages aus. Nichtöffentlich hatte Ortsbürgermeister Helmut Schmitt informiert, dass zahlreiche Vorgespräche und Verhandlungen notwendig waren, um einen vernünftigen Vertrag zu Papier zu bringen. Er bringe der Gemeinde auf die Dauer von 20 Jahren jährlich gute Einnahmen. Schmitt informierte zudem, dass der Windpark Riedelberg ausgeweitet werden soll. Weitere Windräder sollen hinter den bestehenden Anlagen hin zur französischen Grenze und hinter dem Einöderwiesenhof errichtet werden. Dazu äußerte sich der Rat zunächst nicht. Eventuelle Bedenken könne man noch im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange im Auslegungsverfahren geltend machen. Auch in Bottenbach wurde kritisiert, dass erst jetzt über den Jahresabschluss 2010 abgestimmt werden konnte. Beanstandungen gab es keine. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Bottenbach beträgt laut Beigeordnetem Weber 54 Euro pro Einwohner. |dan