Rheinpfalz Gewässerschutz für über eine halbe Million

566.000 Euro muss die VG Thaleischweiler-Wallhalben investieren, um künftig weniger Phosphor aus den Kläranlagen Schwarzbachtal und Wallhalben in die Gewässer einzuleiten. An beiden Kläranlagen sind dazu Bauarbeiten und neue Mess- und Regeltechnik erforderlich.
Hintergrund sei, erläuterte Werkleiter Joachim Becker, dass sich Zielwerte verschärft hätten. Aktuell fördere das Umweltministerium des Landes die Maßnahmen mit Sonderzuschuss. Zudem senke ein verminderter Phosphateintrag die zu zahlende jährliche Schmutzwasserabgabe um 12.000 Euro. Der Förderantrag sei bereits gestellt, so Becker. Aktuell liefen beide Anlagen auf dem Niveau, dass pro Liter Wasser, das gereinigt abgegeben werde, zwei Mikrogramm Phosphat enthalten seien, erläuterten die Ingenieure von Trauth & Marx aus Kallstadt. Erreicht werden soll ein Wert von maximal 1,2 Mikrogramm/Liter und im Mittel ein Wert von 0,5. Was verändert werden muss, ist die Menge an chemischem Fällmittel. Phosphate, die, wenn sie in Gewässer gelangen, dort zum Beispiel zu enormem Wachstum von Grünpflanzen beitragen, die letztlich Sauerstoff aus dem Wasser ziehen und so das Überleben von Fischen erschweren, werden mit Hilfe der Fällmittel in ungelöste Phosphate umgewandelt. Dadurch werden sie zu festen Stoffen, die im Klärschlamm landen – das macht Schlamm als Dünger wertvoll. In der Kläranlage Schwarzbachtal soll ein deutlich größerer Fällmittelbehälter aufgestellt werden, um eine größere Menge einkaufen und lagern zu können und so bessere Einkaufspreise zu erzielen. Durch optimierte Mess- und Regeltechnik und einen veränderten Zugabepunkt des Fällmittels soll die benötigte Mittelmenge deutlich reduziert werden. Gleichzeitig soll die Menge der aus dem Wasser gelösten Phosphate erhöht werden. Das Gleiche wird in der Kläranlage Wallhalbtal angestrebt. Hier müssen zum Beispiel zwei neue Fällmittelbehälter installiert werden. Die Arbeiten, um an der Kläranlage den Stromverbrauch zu senken, laufen auf Hochtouren. Die Anlage, die zuvor im Schnitt monatlich 45.000 Kilowattstunden Strom verbrauchte, benötigte 2018, nachdem erste Maßnahmen umgesetzt waren, nur noch 25.000 bis 30.000 Kilowattstunden. Der Versorger habe schon angerufen und gedacht, die Zähler seien kaputt, weil der Verbrauch so gesunken sei, sagte Werkleiter Becker lachend. Das bedeute nun, das, dass die Anlage früher gut 110.000 Euro Stromkosten pro Jahr produzierte. Aktuell liegen diese bei 96.000 Euro. Sind alle Arbeiten abgeschlossen werde mit jährlich 60.000 bis 70.000 Euro gerechnet.