Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Gesperrte Karlstalschlucht: Nur der Blick von oben bleibt

Nicht begehbar: Der tragende Balken an einer der beiden beschädigten Brücken in der Karlstalschlucht ist durchgebrochen.
Nicht begehbar: Der tragende Balken an einer der beiden beschädigten Brücken in der Karlstalschlucht ist durchgebrochen. Foto: VIEW

Mit der Karlstalschlucht ist derzeit einer der schönsten Wanderkilometer in der Verbandsgemeinde Landstuhl gesperrt. Grund sind Brückenschäden. Die Reparatur soll am Mittwoch beginnen und etwa eineinhalb Wochen dauern.

„Zwei Brücken sind komplett kaputt“, erläutert Carolin Kluge von der Tourist-Information in Trippstadt. Eine Firma aus Stelzenberg habe sich das Ganze bereits angeschaut, das für die Reparatur nötige Material bestellt und könne wohl am Mittwochmittag an die Arbeit gehen. Die Reparatur würde wahrscheinlich noch die komplette kommende Woche andauern, meint Kluge. Danach werde die Karlstalschlucht wieder geöffnet.

Wer dennoch in der Gegend wandern möchte, kann die ausgeschilderte Umleitung nutzen. „Das ist auch ein schöner Wanderweg“, betont Kluge. Dieser verlaufe über etwa einen Kilometer direkt oberhalb der Karlstalschlucht. Abgesehen von der an sich auch dort schönen Landschaft bietet sich den Wanderern zumindest der Blick von oben hinab in die Karlstalschlucht.

Anfangs bestand der Verdacht, dass die Brücken mutwillig beschädigt wurden. Doch bei der Inaugenscheinnahme der Brücken stellte sich heraus, dass diese an einigen Stellen einfach morsch waren. So ist an einer ein kompletter Trägerbalken, der über den Bach führt, durchgebrochen. Auch das ein oder andere Geländer fehlt oder ist beschädigt.

„Das ist ein feuchtes Tal“, erläutert der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Landstuhl, Uwe Unnold. Da komme es eben vor, dass Feuchtigkeit ins Holz dringt und dieses morsch wird. Normalerweise achteten Wanderführer, die öfter in der Karlstalschlucht unterwegs sind, auf den Zustand der Brücken. Auch die nun mit der Reparatur betraute Firma habe gelegentlich ein Auge darauf.

Allerdings habe die Verbandsgemeinde nichts von dem morschen Holz erfahren, bevor die Schäden aufgetreten sind. Dafür hat Unnold Verständnis. Die Wanderführer seien eben keine Holz-Fachmänner. Von außen sei es schwer zu erkennen, ob das Holz im Inneren faul ist. Zukünftig soll die Firma noch öfter ein Auge auf die Brückenbauwerke in der Karlstalschlucht haben, damit frühzeitig Abhilfe geschaffen werden kann. Also bevor das Geländer abreißt oder der Balken bricht.

Bei alledem weist Unnold auf Schwierigkeiten hin. In der Karlstalschlucht mit ihrem Gewässer müsse eben auch besonders auf den Naturschutz geachtet werden. Die bestehenden Brückenbauwerke seien genehmigt. Aber eben nur die. Das bedeute, dass eine Brücke nicht einfach ausgetauscht werden kann. Denn dann würde es sich um eine neue handeln. Und dafür müsste eine neue Genehmigung beantragt werden, was sich unter Umständen schwierig gestalten könnte – auch wenn die neue Brücke lediglich die bestehende an gleicher Stelle in gleicher Bauweise ersetzt.

Daher werde auch jetzt nur das kaputte Material ausgetauscht. Die Teile, die noch in Ordnung sind, bleiben erhalten. Sie müssten dann zu gegebener Zeit ausgetauscht werden. Am besten in einer Zeit, in der nicht viel gewandert wird und natürlich, bevor es soweit kommt wie diesmal.

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