Rheinpfalz Geheimtipp in 546 Metern Höhe

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Mancher Stammgast reist gar aus dem tiefsten Saarland an, andere machen sich mit Vorliebe von der Vorderpfalz aus auf den Weg, bummeln per Bahn bis Kreimbach, um erst hoch zum Ort zu wandern, danach auch noch den Gipfel zu erkraxeln. Zum „kleinen Geheimtipp“ sei in jüngerer Zeit wieder das Ausflugsziel auf dem Selberg geworden. Ein Grund zur Freude für Roland Leis und seine Mitstreiter vom Selbergverein. Am kommenden Samstag haben die Selberg-Fans nun etwas Besonderes vor: Das einst beliebte Sommernachtsfest soll wieder aufleben.

Ein Fest auf dem Selberg ist ja nun an und für sich nichts Außergewöhnliches. Das wissen vor allem jene, die im Mai gern hinauf zum Gipfel pilgern. Zu Christi Himmelfahrt ist ein Abstecher zum Selbergturm für viele geradezu Pflicht. Da war auch mächtig viel los in den vergangenen beiden Jahren, seit sich eine neue Vereinsführung anschickt, das Ausflugsziel noch mehr zu beleben. Das Sommernachtsfest jedoch, „das ist kein Vatertag 2.0“, schickt Roland Leis lachend voraus. Wenngleich: Gegen einen derart großen Besucheransturm, wie er sich am Vatertag regelmäßig einstellt, hätte der Vorsitzende des Selbergvereins wohl ganz und gar nichts einzuwenden. Fassbier, Flammkuchen und Steaks locken ja immer. Am Maifeiertag allerdings geht es stets auch morgens schon los. Das Sommernachtsfest indes beginnt erst am Nachmittag, soll eben ein gemütliches Miteinander an einem – hoffentlich schönen – sommerlichen Abend bescheren. Frisch Gegrilltes, Flammkuchen, dazu Weizenbier vom Fass gezapft sollen sich Besucher am Samstag munden lassen. Im ärgsten Fall müsste die Hütte Schutz bieten – darauf hofft freilich keiner der Organisatoren, gleichwohl sich die Hütte ja wahrlich sehen lassen kann. Sie ist wichtigster Bestandteil des „Geheimtipps“: Vor 102 Jahren als Blockhütte erbaut, hat sich das Gebäude seither immer wieder verändert, ist erweitert, umgebaut, renoviert worden. Letztmals haben die Vereinsmitglieder vorm Jubiläum in die Hände gespuckt: Das 100. Jubiläum des ersten Turmbauwerks und der Hütte waren Anlass, einmal wieder richtig Hand anzulegen. Inzwischen stehen in der Hütte fließend Wasser und Strom zur Verfügung – ein großer Fortschritt, der die Aufgabe erleichtert, jeden Sonntag eine ansehnliche Anzahl an Ausflüglern zu versorgen. Jeden Sonntag nämlich ist die Hütte ab 10 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten bis 17, zur Sommerzeit sogar bis 18 Uhr ist die Wanderhütte geöffnet und bietet Gelegenheit zur Einkehr. „Das wird sehr gern genutzt, wir haben treue Stammgäste“, freut sich Roland Leis. Nicht wenige kämen auch von weiter her, reisten per Bahn an oder stellten das Auto irgendwo ab, um den Berg zu erwandern. Kaffee und Kuchen an Sonntagnachmittagen stehen unterhalb des Turms hoch im Kurs. Hütte und Turm unterhält der Verein, der auch einen Spielplatz angelegt, reichlich lauschige Plätzchen auf der großzügigen Anlage am Gipfel geschaffen hat. Dort oben sei eine Weile alljährlich das Sommernachtsfest gefeiert worden, der gute Brauch aber irgendwann eingeschlafen, sagt Leis. Der neuen Vorstandschaft, der als Leis’ Stellvertreter Ortsbürgermeister Rainer Mohr sowie Peter Baumhardt und Matthias Paul angehören, wäre durchaus daran gelegen, das Fest wieder zu etablieren und zur festen Größe im Veranstaltungskalender zu machen. So wie das Vatertagsgeschehen, so wie die Nikolauswanderung, die alljährlich im Dezember vom Ort aus zum Turm führt und die ebenfalls großen Zuspruch erfährt. Etwas Sorgen macht allein die Tatsache, dass es im Verein um Nachwuchs nicht allzu gut bestellt ist. Die Hüttendienste an gut 40 bis 50 Tagen im Jahr zu besetzen, das sei nicht einfach, sagt Leis. Für Samstag aber weiß die Vereinsspitze genügend Helfer hinter sich, die sich in der Küche und am Grill sowie am Ausschank ums Wohl der Gäste kümmern. Die erwartet am Samstagabend auch Musik: Es spielt das Duo „De Ähnd un de Onner“ aus Pirmasens. Info Sommernachtsfest auf dem Selberg. Am Samstag, 9. Juli, ab 16 Uhr. Mit Musik vom Duo „De Ähnd un de Onner“. |cha

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