Rheinpfalz Flughafen Hahn: Geld von Herrn Zhu Qing?
(kad/lrs). Der geplante Verkauf des Flughafens Hahn im Hunsrückdorf Lautzenhausen an chinesische Investoren hat bundesweit kritische Fragen ausgelöst. Gestern legte das Innenministerium weitere Informationen zu den Käufern offen. (Siehe auch Seite 1.)
MAINZ Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) versicherte, die Investoren seien „umfassend geprüft“ worden. Er berief sich auf Informationen der Beratungsgesellschaft KPMG. Am Vortag hatte bereits Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gesagt, sie habe sich vergewissert, dass diejenigen, die die Verhandlungen geführt hätten, alles an Sicherheiten eingeholt hätten, was möglich gewesen sei. „Nach den Dingen, die wir haben überprüfen lassen, gab es für mich keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass das ein seriöser Partner ist.“ Zweimal, 2009 und 2014, hatte das Land beim Verkauf des Nürburgrings auf Investoren gesetzt, die das Geld nicht aufbringen konnten. Beim ersten Mal waren der Regierung gefälschte Dokumente vorgelegt worden, außerdem waren die genannten Geldgeber, darunter ein angeblicher amerikanischer Milliardär, im Hintergrund geblieben. Gestern nun startete das Innenministerium eine Informationsoffensive zu den Investoren, die Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag auf dem Flughafen Hahn vorgestellt hatte. Die Namen der in welcher Form auch immer beteiligten Firmen standen dabei lediglich handschriftlich auf einer Präsentationstafel. Gestern folgte eine DIN-A-4-Seite mit Angaben bis hin zum Identifizierungscode des Käufers, der Shanghai Yiqian Trading Co. Ltd. (SYT). Die Gesellschaft ie vom Generalbevollmächtigten Yu Tao Chou vertreten wird, verfügt demnach über ein Stammkapital von 500.000 Yuan, das sind 67.000 bis 70.000 Euro. Wann das Unternehmen gegründet wurde, ist nicht angegeben. Nach unterschiedlichen Quellen ist sie seit 2013 oder seit 2002 im chinesischen Handelsregister aufgeführt. Sie gehört drei Personen: Einem Herrn Zhu Qing mit 51 Prozent der Anteile, einer Frau Wu Zhanqing (39 Prozent) und Herrn Kyle Wang (zehn Prozent), der sich als einziger Gesellschafter am Montag vorgestellt hat. Zhu Qing und dessen Familie ist den Angaben nach zu 100 Prozent Eigentümer der Shanghai Guo Qing Investment Co. Ltd (SGI), einem Ende 2015 gegründeten Unternehmen mit einem eingetragenen Kapital von umgerechnet 70 Millionen Euro. Die SGI sei in der Anlageverwaltung und im Investitionsmanagement besonders im inländischen Bausektor tätig. Wie die Familie Zhu bis dahin ihr Geld verdient hat, bleibt unklar. Zehn Millionen Euro will SYT für den Flughafen zahlen und 22 Millionen Euro investieren. Das Land hat Subventionen über 70 Millionen Euro zugesagt, sofern die EU-Kommission zustimmt. Nach 2024 muss der Betrieb auf eigenen Füßen stehen.