Rheinpfalz Festo will bis 2019 in der Saarpfalz 40 Millionen Euro investieren
Pneumatische und elektrische Antriebe von Festo bewegen weltweit Fertigungslinien der Industrie – ganz gleich, ob am Ende ein Auto, ein Smartphone oder ein Brot herauskommt. 3,1 Milliarden Euro Umsatz machte das Familienunternehmen, an dessen Spitze seit September 2016 der Zweibrücker Alfred Goll (61) steht, im vergangenen Jahr. Gut ein Drittel des Umsatzes wird mit Produkten aus der Saarpfalz erzielt. Dort ist Festo seit 50 Jahren präsent.
Nach einem Anstieg der Beschäftigtenzahl um 200 in diesem Jahr fertigen in den zum Standort gehörenden Werken Rohrbach und Hassel fast 3000 Mitarbeiter Tag für Tag unter anderem 42.000 mit Druckluft bewegte Zylinder unterschiedlicher Größe. „Unser Produktspektrum – 10.000 Katalogartikel in zig Varianten – reicht von einem Gramm bis 100 Kilogramm Stückgewicht“, sagt Maik Glutting, der Standort-Chef. Seit März ist Festo auch in Neunkirchen-Wiebelskirchen ansässig. Im ehemaligen Werk von Bosch Emission Systems arbeiten die ersten Mitarbeiter einer 250 Mann starken Einheit, die mit den sonst am Standort gefertigten Produkten überhaupt nichts am Hut hat. „Unsere Customer Solutions arbeitet nach dem Prinzip: Der Kunde hat ein Problem, wir lösen es“, erklärt Glutting. Weil das mehrfach in 50 Jahren erweiterte Werk, das in Rohrbach sogar über einen das Altwerk mit dem Neuwerk verbindenden Tunnel unter der Autobahn 6 verfügt, aus allen Nähten platzte, sei Festo glücklich gewesen, in Wiebelskirchen expandieren zu können. Eine Dauerlösung sei das, sagt Standortleiter Glutting. Sie binde jedoch nur einen Bruchteil der gut 40 Millionen Euro Investitionssumme, die Festo in diesem und im kommenden Jahr in der Saarpfalz investiert. Die Auftragslage und die Aussichten sind laut Unternehmen hervorragend. Festo ist mit seinen Produkten einer der Treiber der Industrie 4.0. Die Digitalisierungslösungen sind überall im Werk zu sehen. Mittels Virtual Reality werden Mitarbeiter angelernt, weitere Assistenzsysteme leiten an den Arbeitsstationen an. Unter anderem in der „Lean Lernfabrik“ werden die Produktionsprozesse intern wie auch für Kunden verbessert. Neben den 120 eigenen Auszubildenden qualifiziert das Unternehmen im 1994 eröffneten Festo-Lernzentrum Mitarbeiter fremder Firmen. „Diese Kombination von Produktion und beruflichem Lernen hat weltweit kein Mitbewerber“, sieht Alfred Goll, seit genau zwei Jahren Sprecher des Vorstandes der Festo AG, in der Industrie-4.0-Gesellschaft die Grundlage für steiles Wachstum. Der 61 Jahre alte Zweibrücker – Abitur am dortigen Helmholtz-Gymnasium, Handballer bei der VT Zweibrücken, BWL-Studium in Saarbrücken – ist Chef von 20.100 Festo-Mitarbeitern, 11.300 davon im Ausland. Gelegenheiten wie das am Wochenende gefeierte 50. Jubiläum des saarpfälzischen Standorts nimmt er gerne wahr, um mal wieder nahe der Heimat sein zu können. „Rohrbach ist unser größter Produktionsstandort. Ich bin total stolz auf die Mitarbeiter hier“, sagt Alfred Goll.