Rheinpfalz Für Zukunft gewappnet
Nach fast genau zwei Jahren sind die Arbeiten abgeschlossen, die Zimmer für die Patienten eingerichtet. Gestern Nachmittag wurde der Neubau mit Intensivstation am Kuseler Westpfalz-Klinikum offiziell eingeweiht. Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, sieht das Krankenhaus im Bereich der Intensivpflege nun gewappnet für die Zukunft.
Das Festzelt auf dem Wirtschaftshof des Kuseler Westpfalz-Klinikums war bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke gut gefüllt. „Es ist ein wichtiger Tag für den Landkreis, aber auch für das Westpfalz-Klinikum“, sagte Landrat Winfried Hirschberger in seiner Begrüßungsrede. Durch die neue Intensivstation werde die Qualität der medizinischen Versorgung im Landkreis Kusel weiter verbessert. Als eines von vier Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, das zu der Kategorie „Maximalversorger“ zähle, verfüge das Westpfalz-Klinikum nach zwei Jahren Bauzeit über eine „freundliche, lichtdurchflutete Station, die die wohnortnahe Versorgung der Bürger im Westrich sichert“, betonte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Die Intensivpflege hätte durch die erhöhte Auslastung und der daraus resultierenden fehlenden Nutzfläche nicht mehr den heutigen medizinischen Anforderungen genügt, begründete die Ministerin den Landeszuschuss von 5,05 Millionen Euro – also rund 90 Prozent der Baukosten der Intensivstation. Weitere drei Millionen Euro investierte das Westpfalz-Klinikum für neue Geräte und den Ausbau des Erdgeschosses, wo künftig Ambulanzen für die Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Angiologie entstehen (wir berichteten). „Diese Investitionen sind auch notwendig, wenn man als Krankenhaus für die Zukunft gewappnet sein will“, erläuterte Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums. Förster, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Reiner Beck den symbolischen Schlüssel von Architekt Joachim Röder entgegen nahm, kündigte sogleich einen weiteren Förderantrag bei Bätzing-Lichtenthäler an: für den Umbau des OP-Bereichs. „Dabei geht es erneut um rund sechs Millionen Euro“, erläuterte der Geschäftsführer bei einem Rundgang durch die Intensivstation. Diese verfügt sieben Zweibett- und zwei Isolier-, also Einbettzimmer und ist mit modernster Technik, beispielsweise ein Patientenhebesystem und einem modernen Schwesterndienststützpunkt im Zentrum der Station ausgestattet, an dem alle Parameter der Patienten einlaufen. Auffällig sind die großen, hellen Räume –teilweise mit Blick auf die Burg Lichtenberg. „Man muss den Patienten und Angehörigen ein Stück weit Komfort bieten, was für die Verarbeitung der Grenzsituation wichtig ist“, schilderte Wolfgang Fischer, stellvertretender Ärztlicher Direktor am Kuseler Westpfalz-Klinikum. Fischer ist überzeugt, dass durch den Neubau – diesen nannte er „ein Bekenntnis zum Standort Kusel und eine Anerkennung für die Arbeit der Mitarbeiter“ – der Patientenfluss rund um den OP weniger gestört würde und weniger Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden müssten. Die kommenden Tage bleiben die Betten der Intensivstation allerdings noch leer. Wohl in zehn Tagen, erläuterte Ulrich Korell, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, soll mit dem Umzug in die neue Station begonnen werden. „Die Technik muss zu 100 Prozent funktionieren, dann können wir mit dem Umzug beginnen.“ |hlr