Rheinpfalz Für und Wider Versicherung
Zuweilen standen die Zeichen in der Gemeinderatssitzung auf Sturm, passend zu einem der umstrittenen Tagesordnungspunkte: dem Abschluss einer Versicherung gegen Elementarschäden. Positive Themen brachten dann aber doch die Sonne hervor.
Fast mochte man glauben, ein kleines Unwetter wütete am Dienstagabend zeitweise in der Gemeinderatssitzung, so dass die heiß debattierte Elementarschadenversicherung längst überfällig schien. Die Ratsmitglieder waren gespalten darüber, welche Einrichtungen man absichern sollte. Zur Diskussion standen die Dorfgemeinschaftshäuser, Kindergarten, die historische Ölmühle und die Friedhofsgebäude. Zumindest beim Friedhofsgebäude kam man rasch auf einen gemeinsamen Nenner und sprach sich aufgrund des überschaubaren Inventars gegen eine Absicherung aus. Doch schon bei der Kindertagesstätte schieden sich die Geister. Ortsbürgermeister Philipp Gruber sieht in den heftigen Überschwemmungen, mit welchen die Gemeinde Jettenbach 2016 zu kämpfen hatte, ein mahnendes Beispiel. Ratsmitglieder argumentierten, sollte der Lenschbach so hoch stehen, sei der Kindergarten noch das geringste Problem. „Wenn man Kolumbien betrachtet, weiß man, was ein Erdrutsch anrichten kann“, beschwor hingegen Roman Miedzinski, der in Starkregen auf Ackerländereien eine Gefahr sieht. Ob überhaupt dieses Risiko besteht, darüber waren sich die Ratsmitglieder uneinig. Nach eingehender Diskussion beschloss man, lediglich die historische Ölmühle abzusichern. Ein weiteres Streitthema war die Anschaffung eines neuen, vielseitigen Rasenmähertraktors. Bereits in vorangegangenen Sitzungen hatte man sich dafür ausgesprochen, ein Gerät als Ersatz für die 15 Jahre alte Maschine anzuschaffen. Nun wurden jedoch von allen Seiten Stimmen laut, die Nutzen, Effektivität und Preis (rund 16.000 Euro) des ausgesuchten Apparats infrage stellten. Ortsbürgermeister Gruber musste sich vielen Einwänden aus dem Gemeinderat stellen. Ist der Rasentraktor schon getestet worden? Ist es nicht billiger, dasselbe Fabrikat zu kaufen oder zumindest ein gebrauchtes Modell zu ordern? Benötigt die Gemeinde überhaupt eine neue Maschine? Könnte man nicht auf den Winterdienst auf dem Radweg verzichten? Selbst innerhalb der beiden Wählergruppen herrschte Uneinigkeit. Gruber zeigte sich versöhnlich, sogar als man das ausgesuchte Gerät als „Spielzeug“ und „Huschdegudzje“ abstempelte. Nach eingehender Diskussion entschied man sich – durch die Befürwortung der Gemeindediener gestärkt – für den Erwerb auf Probe. Die letzten Punkte auf der Tagesordnung waren erfreulicher. Die Vorbereitungen für den Draisinentag am 23. April laufen an. Auch steht die feierliche Einweihung des fünften Gruppenraumes in der Kindertagesstätte im Mai bevor; zudem das 50. Jubiläum der Grundschule Sankt Julian. Gleichzeitig freut sich der Kindergarten über die Anerkennung des Landes als Sprach-Kita, wovon nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, sondern alle profitieren. In Aussicht ist, zwei große Themen vorangegangener Sitzungen in der nächsten klären zu können: die Sanierung des Gemeinschaftshauses und die Zukunft der Friedhöfe. Zuletzt wurde dem Haushaltsentwurf 2017/2018 mit großer Mehrheit zugestimmt. Wichtige Investitionsmaßnahmen sind der Sanierungsbedarf des Dorfgemeinschaftshauses in St. Julian und der Ausbau der B 420.