Rheinpfalz Fünf Jahre Pause

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Steinbach. Er sei mit Leib und Seele Kommunalpolitiker, sagt Jörg Fehrentz (SPD) über sich selbst. Seit 1999 – damals mit nur vier Stimmen Mehrheit gewählt – lenkt der heute 54-Jährige als Ortsbürgermeister die Geschicke der Ortsgemeinde Steinbach – mit zuletzt fünf Jahren Unterbrechung. Ganz oben auf seiner Agenda steht der weitere Ausbau der Gemeindestraßen.

Und gerade an diesen sind sie immer wieder gescheitert, die Ortsbürgermeister Steinbachs: War es 1999 Franz Bereswill, dem man einen ungeschickten Umgang mit den Bürgern beim Ausbau der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 423 vorwarf, so bekam 2009 SPD-Mann Fehrentz die Quittung wegen der unendlichen Geschichte der Frutzweilerstraße, gegen deren Ausbau sich vehement eine Bürgerinitiative zur Wehr setzt. Von 2009 bis 2014 schließlich war Gerhard Jung Ortsbürgermeister – ihm warfen einige Bürger gar Verrat vor, weil er sich für den Ausbau der Straße ausgesprochen hatte. Was also macht den Reiz aus, in Steinbach Ortsbürgermeister zu sein? „Ich will nicht, dass sich in Steinbach nichts mehr bewegt, Blockadepolitik bringt die Gemeinde nicht weiter“, sagt Fehrentz, der es nach fünfjährige Unterbrechung also erneut versuchen will. Seiner Meinung nach sei in diesen fünf Jahren, gerade was den Ausbau der Gemeindestraßen angehe, nur noch versucht worden, die größten Schlaglöcher zu schließen. Wenn eine Gemeinde nicht mehr investiere, verfielen kommunale Einrichtungen, letztendlich werde das Dorf als Wohngemeinde für junge Menschen unattraktiv, sie wanderten ab, lautet Fehrentz’ Analyse. Trotz der Mehrheitsverhältnisse im Rat – beide Beigeordnete gehören der Wählergruppe Steinbach an, die mit sieben Sitzen die Mehrheit hat – ist Fehrentz überzeugt, dass alle die in Verantwortung stehen, am gleichen Strang ziehen werden. Es gehe nicht um persönliche Empfindlichkeiten, es gehe um das Allgemeinwohl, diesem gelte es sich unterzuordnen. „Ich bin stets für konstruktive Kritik – verbunden mit guten Ideen – offen“, stellt der neue Ortsbürgermeister klar. Seit einigen Jahren ist der gelernte Kommunikationselektroniker nicht mehr berufstätig, somit bleibe ihm genügend Zeit für sein Amt, sagt er. Jörg Fehrentz ist Vater zweier erwachsener Söhne und geschieden. Vor einigen Jahren habe er die Imkerei als Hobby für sich entdeckt, berichtet der 54-Jährige. Er müsse lernen, gelassener zu werden, nicht alles gleich als persönliche Niederlage zu empfinden, gesteht er. Deshalb wolle und müsse er an seiner Streitkultur weiter arbeiten, sagt Fehrentz selbstkritisch. (res/Archivfoto: Sayer)

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