Eisenberg Eisenberg: 37 Kaninchen von fünf Züchtern bei Jungtierausstellung
16 Kaninchenzuchtvereine sind dem Kreis Vorderpfalz angeschlossen. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Neuhofen im Süden bis nach Eisenberg ganz im Westen und Oggersheim im Osten. Doch von diesen 16 Gruppierungen laden nur drei zu einer Jungtierschau, weiß Thomas Greif, der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins P 119 aus Eisenberg. Sein Verein mit 20 Mitgliedern ist einer davon. Wir haben am Wochenende bei einer eben solchen vorbeigeschaut.
„Viele Vereine scheuen es, im Sommer eine Schau auszurichten, aber wir sind mit der Scheune unseres Mitgliedes Uwe Milbrandt aus Eisenberg optimal aufgestellt, um eine solche Schau auf die Beine zu stellen“, so Greif. Es gehe ein Stück weit um die Mitgliederwerbung, aber auch darum, generell Interesse am Hobby Kaninchenzucht zu wecken. Zudem wollen die Züchter ermitteln, wie sich ihre Tiere weiterentwickeln. Deshalb wird die Bewertung der Tiere über die gesamte Zucht vorgenommen.
Sechs Züchter sind im Kaninchenzuchtverein aktiv, ausgestellt haben fünf an diesem Wochenende. 37 Kaninchen waren zu sehen, darunter die Dalmatiner Rex von Gastgeber Uwe Milbrandt, die Hellen Großsilber von Thomas Greif, Blaue Wiener von Karl Gamber, Deutsche Widder in mehreren Farbschlägen von Jürgen Ruster und Meisner Widder von Manfred Hase. Die besten Ergebnisse hat der Vorsitzende Thomas Greif erreicht: Von seinen zehn Jungtieren, die alle 2019 geboren wurden, haben drei mit 8,6 Punkten die Höchstwertung erreicht. „Ich bin sehr zufrieden, meine Zucht zeigt seit Jahren eine Tendenz nach oben“, resümiert der Vorsitzende.
Uwe Milbrandt findet sein Ergebnis ebenfalls in Ordnung, sieht aber noch Verbesserungspotenzial. „Die Körperform ist von Wertungsrichter Thorsten Kurz aus Bad Kreuznach bei all meinen Kaninchen gelobt worden, aber die Färbungen beim den Dalmatinern waren noch nicht optimal. Die schwarzen Punkte auf dem sonst weißen Fell waren nicht gleichmäßig verteilt“, erklärt Milbrandt, was bei seinen Tieren eines der Kriterien der Bewertung ist. Dennoch sind alle seine Tiere zuchtgeeignet und können in den nächsten Generationen bessere Färbungen hervorbringen. „Ich hätte natürlich auch nur sechs Tiere zeigen können, dann wären die Werte höher gewesen, aber ich will ja wissen, wo ich stehe mit meiner Zucht“, sagt der Kassenwart des Vereins.
Gefährlicher Klee
Reiner Nachtmann aus Kindenheim kam schon am Samstag zur Schau. „Ich will mich hier mal umsehen, brauche neue Kaninchen. Schon seit 40 Jahren gehören die Tiere zu unserem Haushalt dazu“, sagt Nachtmann. Er hat jetzt allerdings einen schweren Rückschlag beim Züchten erleben müssen. „Ich habe aus meinem Garten, der 1200 Quadratmeter groß ist, Klee geholt, den hab’ ich eigenes für die Kaninchen angebaut. Allerdings war der Klee mit RHD2, einer Kaninchenkrankheit verseucht. All meine Tiere sind eingegangen. Ich hoffe, dass ich zu einem vernünftigen Preis hier neue Kaninchen kaufen kann“, sagt Nachtmann. „Es ist heute seltener, dass Züchter solche Rückschläge erleiden, wir lassen im Verein alle Zuchttiere impfen, alleine schon weil wir sonst nicht an Ausstellungen teilnehmen können“, erklärt Greif. „Ohne Impfung mach’ ich in Zukunft nichts mehr“, sagte auch Reiner Nachtmann.
Landesjungtierschau im September
Für Besucherin Anne Harten sind die Bewertungskriterien unterinteressant, sie knuddelt die süßen Fellohren, die ihr aus den Ausstellungsboxen auf den Arm gegeben werden.
Am 1. und 2. September werden die Eisenberger in Frankenthal an der Landesjungtierschau teilnehmen, eine Woche später gibt es noch die Kreis-Jungtierschau, die in Roxheim stattfindet.