Rheinpfalz Einwurf : Krämerseelen

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich SPD, FDP und Grüne auch dazu bekannt, die Biotope in Rheinland-Pfalz besser zu verknüpfen. Grünbrücken über Straßen sollen die Zerschneidungen der Landschaft mindern. Die Funktionsfähigkeit der Grünbrücken im Pfälzerwald durch ihre Anbindung an Kernzonen zu steigern, ist deshalb sinnvoll. Das Land prüft diesen Vorschlag der Naturschutzverbände nun. „Intensiv“, wie das Umweltministerium sagt. Immerhin. Doch die Operation wird mit einer Art Krämerseele betrieben: Sollten an den Grünbrücken tatsächlich neue Kernzonen ausgewiesen werden, würden an anderer Stelle vorgesehene Schutzzonen wieder einkassiert. Jahrelang hatte man im Pfälzerwald die Unesco-Anforderung von drei Prozent Kernzonenfläche nicht erfüllt. Dem Land würde es deshalb gut zu Gesicht stehen, jetzt eine Schippe draufzulegen und zur Wiedergutmachung vier Prozent anzupeilen.