Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Eingangstür der katholischen Kirche in Wolfstein aufwendig restauriert

An der restaurierten Kirchentür: Restaurator Andreas Hergert (links) und Pfarrer Christof Anselmann. Foto: m. hoffmann
An der restaurierten Kirchentür: Restaurator Andreas Hergert (links) und Pfarrer Christof Anselmann.

Die katholische Kirche St. Philippus und Jakobus wurde von 1774 bis 1776 erbaut und gehört zu den ältesten Gebäuden in Wolfstein. In den vergangenen Jahren zeigten sich zunehmende Schäden an der Eingangstür. Sie wurde jetzt aufwendig restauriert.

Die zweiflügelige Türe war in der Vergangenheit mehrfach farbig gefasst und die Innenseite mit Sperrholz verkleidet worden. Außerdem wies das Holz Risse und Sprünge auf und kleinere Teile mussten ersetzt werden.

Mit der Restaurierung wurde Andreas Hergert aus Geiselberg beauftragt, der als Schreinermeister, Restaurator und Bausachverständiger sehr viel Erfahrung hat. Trotzdem war die Arbeit für ihn eine echte Herausforderung, denn die Tür stammt wahrscheinlich aus der Bauzeit und ist fast 250 Jahre alt.

Das hohe Alter ist für den Fachmann erkennbar an den Spuren von Handhobeln, an den Holznägeln, mit denen die einzelnen Teile verbunden sind sowie an den handgeschmiedeten Bändern auf der Innenseite. Auch die Form der Füllungen verweist auf das späte 18. Jahrhundert und den Übergang vom Barock zum Klassizismus.

Risse überstrichen

Um die Schäden beheben zu können, musste Hergert Rahmen und Füllungen in die Einzelteile zerlegen und die älteren Farbschichten und die Sperrholzverkleidung entfernen. Dabei entdeckte er, dass die letzte Restaurierung vor etwa 60 Jahren durchgeführt wurde. Damals hatte man die Risse im Holz wohl einfach mit Papier ausgestopft und anschließend überstrichen. Das verwendete Papier stammte von Zeitungen aus den 1960er Jahren. Außerdem war ein Holzrahmen angebracht worden, an dem man die Türkloben befestigte, während sie vorher direkt in die Mauer geschlagen worden waren.

Knapp 300 Arbeitsstunden

In etwa 250 bis 300 Arbeitsstunden stellte der Restaurator den ursprünglichen Zustand weitgehend wieder her. Marode Holzteile wurden ersetzt und das Holz viermal mit Leinöl unterschiedlicher Pigmentierung gestrichen, so dass das originale Eichenholz wieder sichtbar ist. Auch die alte Türklinke und das Schlossschild konnten verwendet werden, während das Schloss selbst ersetzt wurde. Neu sind auch die Knöpfe auf den beiden Flügeln, aber Hergert hat für ihre Form die erhaltenen Spuren der älteren Verzierungen berücksichtigt.

Auch bei der Sandsteintreppe waren Ausbesserungen notwendig, die die Firma Koch aus Roßbach durchführte. Die einzelnen Stufen wurden neu ausgerichtet, verfestigt und imprägniert.

Kosten von 13.200 Euro

Wolfstein

gehört zur Pfarrei St. Franz Xaver in Lauterecken. Wolfgang Caspers, der zweite Vorsitzende des Verwaltungsrates der Pfarrei, bezifferte die Kosten für die Restaurierung auf 13.200 Euro. Das muss aber die Gemeinde nicht in voller Höhe tragen, weil sie von dem Bischöflichen Ordinariat in Speyer einen Zuschuss von 60 Prozent bekommt.

Den Besuchern der Wolfsteiner Kirche bietet der Eingang jetzt wieder ein erfreuliches Bild. Gleichzeitig wurde für die Stadt ein Stück seiner Geschichte erhalten und erscheint in altem Glanz.

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