Rheinpfalz Eine seltene Überraschung

Kaplan Pious Paul Oroplackal (41) ist wieder in Rodalben angekommen. Hier ist er schon in den Jahren von 2008 bis 2010 seelsorgerisch tätig gewesen.
Mittlerweile seit sieben Jahren unterstützt Kaplan Pious die Seelsorge in westpfälzischen Pfarreien. Eingesetzt war er bereits in Rodalben, Dahn und Zweibrücken. Im Dezember 2007 kam Kaplan Pious nach Deutschland und nahm seinen Dienst in der Münchner Pfarrei St. Quirin auf. Während seines siebenmonatigen Aufenthalts in München hat er an der Universität einen Deutschkurs belegt, um seine Grundkenntnisse zu erweitern, die er sich in seinem Heimatland am Goethe-Institut angeeignet hat. Inzwischen spricht Kaplan Pious die deutsche Sprache fast fehlerfrei, worüber sich zum Beispiel die Gottesdienstbesucher freuen. Theologie hat Pious Paul Oroplackal in Verbindung mit Philosophie in Aluva studiert. Im Jahr 2000 ist er zum Priester geweiht worden. Sein erster Einsatzort ist ein Heim in Indien gewesen (2000 bis 2004). Pious gehört der indischen Gemeinschaft „Missionary Congregation oft he Blessed Sacrament“ an, der Missionskongregation vom Allerheiligsten Sakrament. Dies sei ein „verhältnismäßig kleiner Orden“ mit beinahe 400 Priestern, aber jährlich nachrückenden „20 bis 30 Neupriestern“, erklärt der Kaplan. Manche arbeiteten in Europa, manche leisteten Missionsarbeit im Norden Indiens oder sie verrichteten in den Heimen Sozialarbeit an Kranken, Bettlern oder Obdachlosen. Sein Orden habe vor 20 Jahren das Projekt „Friends of the Birds of the Air“ gegründet, sein erstes Heim für „Menschen ohne Haus“. Priester in Indien zu sein, heiße auch „den Verlorenen“ zur Seite zu stehen, berichtet Pious. Priester ziehen von Dorf zu Dorf, um Gottesdienste zu feiern und „bei den Menschen zu wohnen“, sie seien als Prediger unterwegs oder begleiteten Exerzitien. In seiner Heimat Kerala sei die syro-malabarische Kirche stark verbreitet, so Pious, eine „sehr aktive Kirche“, die in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinwirke: in Kindergärten und Schulen, in das Zusammenleben durch Vereine für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zu den Gottesdiensten kämen „fast hundert Prozent der katholischen Christen“. Aus dieser Sicht und mit dieser Erfahrung sei ihm die Arbeit in Rodalben anfangs nicht leicht gefallen. Die Zahl der Gottesdienstbesucher sei „überschaubar“. Aber, merkt der Kaplan an, er habe hier „herzensgute Menschen“ kennengelernt, die freilich ehrlich bekennen, keine Kirchgänger zu sein. Er freue sich auf seine zweite Rodalber Zeit. Es sei wahrlich eine seltene Überraschung gewesen, noch einmal an diese Dienststelle zurückzukommen, und dazu noch Franz Ramstetter als Pfarrer zu haben, seinen Vorgänger als Kaplan in Zweibrücken. Diese ungewöhnlichen Umstände hält Kaplan Pious für die solide Basis für eine gedeihliche Zusammenarbeit im seelsorgerischen Team und für die Weiterentwicklung der Gemeinschaften in den Pfarreien. „Ich kenne die Leute, die zum Gottesdienst kommen, auch in den kleineren Orten“, sagt er, und „ich freue mich auf die neuen Begegnungen“. Pious wohnt wie schon sein Vorgänger Kaplan Andrew in Münchweiler. Welche Arbeit beim Aufbau der Großpfarrei Mariä Königin auf ihn zukommt, weiß er noch nicht genau. „Das ist in den nächsten Wochen, wenn sich das Team zusammengefunden hat, zu vereinbaren“, teilt er mit. Laut Information durch seinen Bischof und den stellvertretenden Generalvikar Josef Szuba soll er „zwei bis drei Jahre“ in Rodalben bleiben. „Aber“, merkt Kaplan Pious an, „man weiß nie genau, was kommt“. Jedenfalls kommt das Pfarrexamen auf ihn zu. Es steht in zwei Jahren an. Die ersten Lehrgänge hat er im Priesterseminar in Speyer besucht. Info Am Sonntag, 16 Uhr, werden der neue Pfarrer Franz Ramstetter und der neue Kaplan Pious in der St.-Josef-Kirche in ihre Ämter eingeführt. (ns/Foto: Heinen)