Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Eine kleine Tradition: Nach dem Weihnachtsessen ab zur Party in den Kuseler Schalander

Beliebter Treffpunkt am Abend des ersten Weihnachtstages: der Kuseler Schlander.
Beliebter Treffpunkt am Abend des ersten Weihnachtstages: der Kuseler Schlander. Foto: m. hoffmann

Bereits von draußen hört man Musik, rechts neben dem Eingang spielen mehrere Jugendliche mit sichtlichem Spaß Tischfußball, an kleinen Tischen und an der Theke haben es sich bei gedämpfter Beleuchtung auf den Hockern zahlreiche Besucher gemütlich gemacht: Die X-MAS-Party im Schalander in Kusel war am ersten Weihnachtsabend gut besucht.

„Wir kommen oft hierher und feiern auch Weihnachten hier“, erzählt Michael Veit aus Steinbach. „Wir kennen die Leute hier, und die Atmosphäre ist toll. Und natürlich der Stubenwechsel nach dem ganzen Essen zu Hause“, ergänzt sein Freund Jörg Schultheiß aus Hüffler. „Man kann ja nicht die ganzen Weihnachten über daheim sitzen“, meint auch Veit. „Zuerst hat man dort ,gudd gess’, dann geht’s raus zu einem kleinen Umtrunk.“

Der Raum links neben der Theke ist von einem künstlichen Kaminfeuer schummerig erhellt. An der Wand steht ein mit roten Kugeln geschmückter Weihnachtsbaum unter roten und grünen Luftballons.

Erst die Familie, dann Freunde

„Ich war daheim essen, und danach geht es halt weiter“, erzählt Tom Becker aus Elschbach lachend. Er steht mit einem Freund ganz entspannt an einem der kleinen Tische. „Erst kommt das Essen mit der Familie, dann das Treffen mit den Kollegen. Ich wusste, dass hier auf ist.“

Die gesellige Runde mit Freunden schätzt auch Moritz Kölbach aus Wahnwegen. Den Chemiker, der seit zehn Jahren in Berlin lebt und arbeitet, zieht es immer wieder in die Heimat zurück. „Seit der Öffnung des Schalander treffen wir uns immer an Weihnachten hier und feiern zusammen.“ Mit seinem Freund Maximilian Friedrich verbindet ihn viel: „Wir haben von 2006 bis 2008 in einer Teenie-Band zusammen gespielt“, erinnert er sich in bester Stimmung. „Unsere Band hieß 'Parkverbot' – ein allgemeines Ärgernis, und das war ja auch unsere Devise.“

Bier aus Leipzig

„Wir haben schon mit sechs zusammen Fußball gespielt,“ meint sein Freund, der inzwischen in Koblenz wohnt. „Wir kommen immer wieder her, und dann ist das Schalander unsere Anlaufstelle. Wir waren schon am 23. hier.“ Kölbach fügt hinzu: „Manchmal spielen auch gute Bands. Und wir kennen hier schon die Ausschenker – die sind echt cool drauf.“

Der Dritte im Bunde ist Marc Zimmer aus Frohnhofen. Der Rundfunkjournalist ist aus Leipzig angereist. „Ich komme , um Leute von früher zu treffen, von der Schule“, stellt auch er fest. „Als ich hier weg bin, gab's das Schalander noch nicht. Aber es hat sich bei uns allen zu DEM Treffpunkt entwickelt. Hier sind tolle, entspannte Barleute, es gibt auch oft ein Kulturangebot hier mit Konzerten. Das ist in Kusel nicht so häufig.“ Außerdem hat das Schalander noch einen Attraktion für ihn. „Und hier gibt es Steinburg-Bier – das kommt aus Leipzig!“

Gegen Ende Jazz zum Tanzen

„Die Leute suchen einen Platz, wo sie nach der Zeit mit der Familie feiern können“, bestätigt DJ Andreas Becker. „Unsere Gäste kennen sich zum Teil schon über Jahrzehnte. Die haben jetzt genug Weihnachtsmusik gehört.“ Zwischendurch legt er immer wieder eine neue Schallplatte auf. „Ich versuche, seit ich zehn bin, musikalisch auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Meine Musik ist eine Mischung aus aktuellen Sachen und Titeln aus den vergangenen 30 Jahren. Für viele hört da ja die Musikgeschichte auf.“

Er hat sich für Schallplatten entschieden: „Die klingen einfach viel besser“, ist der DJ überzeugt. Seine Musikauswahl traf er nach der Stimmung der Gäste. „Wir sind da flexibel. Die Leute wollen ja auch erzählen, vielleicht kommt es dann auch noch zum Tanzen. Ich lege zum Abschluss gerne Jazz auf; dazu wird oft getanzt.“ Manchmal spielen auch Bands live im Schalander. „Das kommt drauf an, wie das gerade passt bei den Bands.“

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