Rheinpfalz Dringend gesucht: Winterquartier für Ziegen und Schafe

Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Nach der Kündigung des Nutzungsvertrages haben die Schafe und Ziegen den Rosenberg ber
Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Nach der Kündigung des Nutzungsvertrages haben die Schafe und Ziegen den Rosenberg bereits verlassen. Eine neue Sommerweide ist gefunden. Dringend gesucht wird eine Möglichkeit, wo die Tiere den Winter verbringen können.

Wer bis vor kurzem auf Waldwegen von der Wallfahrtskirche auf Maria Rosenberg Richtung Johannis-Brunnen lief und sich am Anblick der Brillenschafe und Ziegen erfreute, wird jetzt enttäuscht sein: Schafe und Ziegen haben den Rosenberg verlassen.

Maria Rosenberg hat den befristeten Nutzungsvertrag der Projektgruppe „Schöpfung bewahren“, die sich um die Tiere kümmerte, über das Jahresende hinaus nicht verlängert. Die Tiere sind bereits umgezogen. „Was wir ganz dringend suchen, ist ein Winterquartier für die Tiere und unsere Gerätschaften“, sagt Irene Schwarz von der Projektgruppe. Beppo ist ein zutraulicher Ziegenbock, der die Nähe von Menschen sucht. „Er ist so klein, wir haben uns wirklich Sorgen um ihn gemacht. Aber er hat sich richtig gut gemacht“, erzählt Schwarz von der ehrenamtlichen Arbeit, die die zehnköpfige Projektgruppe bis Ende Mai auf dem Rosenberg leistete. Dann hieß es für 20 Ziegen und Schafe, die angestammten Weideplätze zu verlassen und umzuziehen auf Weiden in der Mühlstraße in Waldfischbach-Burgalben.

Winterstall für 20 Tiere wird gesucht

In einem Schreiben hatte Maria Rosenberg der Gruppe mitgeteilt, dass der Nutzungsvertrag, der bis Ende 2019 läuft, nicht verlängert werden kann. Der Rosenberg möchte seine Flächen bis 2020 pachtfrei haben. „Uns war schon klar, dass der Vertrag befristet ist, aber natürlich haben wir gehofft, dass es für uns, das heißt für die Tiere, weitergehen kann“, sagt Schwarz. Der Gruppe brennt vor allem das Thema Unterbringung im Winter auf den Nägeln. „Wir hoffen wirklich, dass uns jemand helfen kann“, sagt Schwarz. Es gilt, insgesamt 20 Tiere in einem Winterstall unterzubringen. Dazu bräuchte es noch Platz für die Gerätschaften, die die Gruppe sukzessive angeschafft hat, um sich adäquat um die Tiere, das Gelände und die Stallungen auf dem Rosenberg zu kümmern. Ein Schmalspurschlepper, Schafanhänger oder eine Schafwaage gehören dazu. „Wichtig wäre für uns, dass wir die Tiere in der näheren Umgebung in einem Winterquartier unterbringen können, damit wir uns um sie kümmern können“, unterstreicht Schwarz. Die Gruppe, die unter der Leitung eines landwirtschaftlichen Fachberaters arbeitet, hofft, dass sich eine Lösung findet. „Wir sind offen für Ideen und Kooperationen“, sagt Schwarz.

Grundstücksbesitzer stellt Weidefläche zur Verfügung

Für den Sommer ist bereits eine Lösung gefunden. „Wir haben Klinken geputzt, um neue Weideflächen zu finden“, erzählt Schwarz. Warten bis zum letzten Vertragstag „konnten wir nicht. Wir brauchen die Sicherheit, dass die Tiere einen Platz haben, dass wir sie gut versorgen können“. Im näheren Umfeld wurde an Haustüren geklingelt und gefragt, ob nicht jemand Weideflächen habe. „Wir hatten Glück“, sagen Schwarz und ihre Mitstreiter erfreut. Ein Grundstücksbesitzer hat im Ortsteil Burgalben Flächen und stellt sie der Projektgruppe kostenfrei zur Verfügung. Die Flächen werden offen gehalten, die Tiere sind bestens versorgt. „Eine Win-win-Situation“, berichten Schwarz und Co. Begonnen hat alles im Jahr 2011. Mitglieder der franziskanischen Gemeinschaft (3. Orden des Heiligen Franziskus) brachten damals die verwilderte Teichanlage am Fuß des Rosenbergs und deren Umgebung in Ordnung. Bei Gesprächen mit Spaziergängern erfuhren die fleißigen Helfer, dass früher Schwäne auf dem Teich lebten. 2013 kehrten dann Schwäne – sie kamen aus einer Auffangstation für Wasservögel an der Mosel – auf den Rosenberg zurück. Sie ziehen nicht um. „Die Mitglieder unserer Gruppe, die sich bisher um die Schwäne gekümmert haben, werden das auch künftig tun“, sagt Schwarz.

Verbuschung der Landschaft entgegen wirken

2015, Papst Franziskus hatte seine Enzyklika „Laudatio si - Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ herausgegeben, die sich mit Ökologie, Klimawandel, den Umgang der Menschen mit der Natur befasst, reifte bei der Gruppe die Idee, vom Aussterben bedrohte Nutztiere, wie die Thüringer Waldziegen, zu halten, um der Verbuschung der Landschaft entgegenzuwirken und gleichzeitig die Art zu erhalten. Im Einklang mit der Natur leben, dieser Ausgangswunsch der Projektgruppe wurde Zug um Zug ausgebaut. Zeit, Geld und viel Herzblut wurden investiert. Zäune setzen, Schafe scheren, Wolle filzen, spinnen und vieles mehr hat die Gruppe gelernt. Alle Mitglieder hoffen jetzt, dass das Projekt im ursprünglichen Sinn fortgesetzt werden kann. Wenn auch nicht mehr auf dem Rosenberg. Kontakt Wer der Gruppe helfen kann und möchte, möglicherweise ein Winterquartier kennt oder besitzt, sollte sich per E-Mail an landschaftspflege-brillenschafe@gmx.de wenden.

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