Rheinpfalz Diskussion um Hallenbelegung

Eine Halle, mehrere Vereine, die sie nutzen wollen, und die Halle wird auch für Feste vermietet: Diese Situation gibt es in vielen Gemeinden. Dass es vor diesem Hintergrund immer mal wieder zu Diskussionen wegen der Nutzungszeiten kommt, ist ein oft leidiges Thema. Damit muss sich aktuell die Gemeinde Herschberg auseinandersetzen.
Auslöser war das Anliegen des Sportschützenvereins Herschberg, der um eine Trainingszeit in der Bürgerhalle bat. Bogenschießen steht dort auf dem Programm. Weil die Halle dem Sport und allen Vereinen dienen soll, hatte Ortsbürgermeister Manfred Biedinger die Vorsitzenden der Vereine eingeladen, die die Halle nutzen. Zunächst per Mail, und um sicherzugehen, hatte er im Nachgang zur Mail noch eine SMS an jeden Vorsitzenden verschickt. Für den Fall, dass die Mail nicht angekommen war. Bei Ulli Salzmann, dem Vorsitzenden des SV Herschberg, war die Mail nicht angekommen. Seine Vereins-E-Mail-Adresse, an die der Bürgermeister geschrieben hatte, schaue er nicht regelmäßig an, sagte Salzmann bei der Ratssitzung am Donnerstag. Auf die Erinnerungs-SMS ging er nicht ein, beklagte aber, dass ihn der Bürgermeister nicht angerufen hatte. Was dieser auch bei den übrigen Vorsitzenden nicht getan hatte, da er ja auf zwei Wegen zum Treffen eingeladen hatte. Bis auf den SV Herschberg waren auch alle Hallennutzer vertreten. Das hatte zur Folge, dass der SV seine Trainingszeit am Donnerstag verlor. Seine Rolle habe er als Moderator gesehen, sagte Biedinger. Die Vereine sollten unter sich ausmachen, wer wann die Halle wie nutzen kann, sagte er zum Aufstellen des neuen Hallenbelegungsplanes. Die Schützen hatten darauf hingewiesen, dass sie, da sie ihre Anlage aufbauen und Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen, die Halle etwa dreieinhalb Stunden am Stück benötigten. Der Mittwoch war für sie keine Option, da an diesem Tag Sportschützentraining ist. Und Freitag, Samstag, Sonntag seien für alle Vereine wettkampfbedingt beziehungsweise, weil die Halle an den Wochenenden oft anderweitig vermietet sei, keine sinnvollen Trainingszeiten. Weil jemand von einem Vertreter des SV mal die Information bekommen hatte, die SV-Bambinis bräuchten die Halle donnerstags nicht mehr, weil sie in Wallhalben trainierten, und weil alle anderen Vereine sich so einigen konnten, dass der Donnerstag frei gemacht werden konnte, blieb nur noch eine Stunde Training der SV-AH, die dem Wunsch der Schützen entgegenstand. Diese AH-Trainingszeit auf Mittwoch zu verlegen, darin sahen die beim Besprechungstermin anwesenden Vereinsvertreter kein Problem. Im Gegensatz zu den betroffenen AH-Spielern und den beim Besprechungstermin fehlenden SVH-Vertretern, die deshalb in der Ratssitzung ihrem Ärger Luft machten. Ihm sei ja auch schon vorgeworfen worden, dass er gegen den SVH sei, sagte Biedinger. Das weise er noch mal mit Entschiedenheit zurück. Für diese Aussage, die er getroffen hatte, sagte Salzmann, habe er sich ja schon entschuldigt. Aber die Voraussetzungen, unter denen der neue Hallenbelegungsplan entstanden sei, seien nicht richtig gewesen. Es habe nicht nur die AH an diesem Tag die Halle genutzt, auch andere Mannschaften des SVH, inklusive Jugend, hätten trainiert. Nach längerer Diskussion wurde beschlossen, dass Biedinger noch mal alle Vereinsvertreter zu einer Hallenbelegungsrunde einlädt. Nach diesem Ergebnis verließen einige Zuhörer die Sitzung. Andere hatten noch mehr zu meckern. Zum Beispiel, dass die Halle, wenn sie für Veranstaltungen vermietet werde, durch Auf- und Abbau länger blockiert sei. Dem trat der Beigeordnete Andreas Schneider, unter anderem auch Oktoberfest-Organisator, entschieden entgegen. Die Feste seien wichtig für die Gemeinde. Zum einen sei was los, zum anderen bringen sie Mieteinnahmen. Mit den Vereinen, die von Auf- und Abbau betroffen seien, habe er immer Kontakt. Es sei nach dem Oktoberfest so professionell geputzt worden, dass Zumba oder das Training des Karnevalsvereins problemlos machbar gewesen seien. Und einem Verein wie dem Karnevalsverein sei es nicht zuzumuten, in den närrischen Wochen immer wieder auf- und abzubauen. Hier sei einfach Verständnis gefordert, sagte Schneider. Formal etwas zu ändern, das zeigte sich im Sitzungsverlauf, war nicht nötig. Der Blick in die Benutzungsordnung zeigte: Alles geregelt. Als dieser Punkt anstand, hatten die Kritiker bereits die Sitzung verlassen. Bezüglich der Halle beschloss der Rat dann doch noch eine Neuerung: Zukünftig kann auch der kleinere Jugendraum separat für 50 Euro gemietet werden. Bedarf bestehe. |add