Rheinpfalz „Die Wachtenburg gehört zu mir“

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Wachenheim. Vor genau 30 Jahren hat Weingutbesitzerin Jutta Bürklin der Stadt Wachenheim die Wachtenburg geschenkt. Im September 1984 wurde der einsturzgefährdete Bergfried eingerüstet. Danach gründete sich der Förderkreis. Dessen Vorsitzender Dieter Weilacher spricht über eine der wichtigsten Geschichten der kleinen Stadt.

Herr Weilacher, fühlen Sie sich manchmal wie ein moderner Burgherr?

Nein, gar nicht. Ich sehe dieses Objekt seit meiner Kindheit. Es gehört zu Wachenheim, es gehört zu mir und es gehört zu meiner Familie. Ich erfülle die Aufgabe gerne. Dennoch sind Sie wohl derjenige, der in den vergangenen Jahrzehnten von allen Menschen die meiste Zeit hier verbracht hat. Das mit Sicherheit. Aber ich muss sagen, dass ich das einfach auch mit Freude getan habe. Wenn man heute sieht, was geworden ist und die Leute kommen und sich bedanken, dann ist das der Lohn und man ist zufrieden damit. Das klingt sehr bescheiden. Die Wachtenburg gilt heute als das Imageobjekt der Stadt Wachenheim. Ist sie es erst wieder geworden oder war das schon immer so? Nein, das ist sie in den letzten Jahrzehnten geworden. Aber es ist auch vorher ein Ort gewesen, wo man sonntags hoch ist und sich hingesetzt hat, um ein Würstchen zu essen. Mehr hat es ja nicht gegeben. Die Wachenheimer sind eigentlich schon immer gerne hoch gekommen. Für Fremde war die Burg tatsächlich auch etwas Fremdes. Sie wurde gar nicht angenommen. 1,9 Millionen Euro sind bis heute sowohl aus dem Verein als auch von der Stadt und vom Land geflossen. Hätten Sie sich vor 30 Jahren träumen lassen, dass das Projekt solche Ausmaße annimmt? Wir haben damals schon mit drei oder vier Millionen D-Mark gerechnet. Eigentlich schon, ja. Aber haben Sie sich vor 30 Jahren mal überlegt, dass Sie heute noch immer hier sitzen und immer wieder eine neue Sanierung fällig ist? Nein, das habe ich eigentlich nicht gedacht. Daran haben wahrscheinlich viele, die den Verein gegründet haben, nicht gedacht. Wir sind ein Förderverein und dachten, dass es irgendwann nicht mehr notwendig ist. Viele dachten, dass die Sache nach 20 oder 25 Jahren erledigt ist. Dem ist aber nicht so. Ein Objekt wie die Wachtenburg ist, selbst wenn sie komplett saniert ist, ein Fass ohne Boden. An Stellen, die vor 20 Jahren saniert wurden, ist heute wieder Bedarf. Apropos Bedarf: Sie haben viel Familienleben geopfert hierfür. Ja, das stimmt. Und speziell meine Frau hat darunter auch zu leiden gehabt. Ich war schon berufsmäßig früher von früh morgens bis abends unterwegs. In den ersten eineinhalb Jahren meines Rentnerdaseins war ich tagtäglich mit anderen Rentnern auf der Wachtenburg. Da haben wir die archäologische Grabung gemacht. Da meinte meine Frau schon hin und wieder, dass sie sich das Rentnerleben etwas anders vorgestellt hat. Vor Kurzem hat das Burgfest wegen des Lärms zu Beschwerden aus der Anwohnerschaft geführt. Wird auf der Burg zu laut gefeiert? Nein, es war vielleicht etwas lauter als sonst. Ich kann es aber nicht beurteilen, weil ich ja hier oben auf der Burg war. Es ist immer wichtig, dass wir Ostwind haben, wenn gefeiert wird. In diesem Jahr war es, wie gesagt, vielleicht etwas lauter, und es kam noch Westwind dazu. Wir werden aber selbstverständlich darüber reden, wie wir die Wachenheimer Bevölkerung zufriedenstellen können.

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