Rheinpfalz Die tödliche Gefahr im Blick

91-95729486.jpg

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist extrem entzündbar, farblos, geruchlos, unsichtbar und geschmacklos. Und genau diese Eigenschaften machen das Gas so gefährlich. „The silent killer“, der stille Killer, wird es genannt. Der Schifferstadter Lothar Eckrich vom Karlsruher Unternehmen Siegerist GmbH klärte rund 50 Feuerwehrmänner und -frauen anlässlich der 40. Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Südwestpfalz am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus über die Gefahren und den Umgang mit dem gefährlichen Gift auf.

„Die Feuerwehren wurden schon immer mit Kohlenstoffmonoxid konfrontiert“, stellte der Fachmann fest. Bei etlichen Einsätzen sei es einfach „weggeschnuppert“ worden. Die Hälfte aller Vergiftungstode sei auf Kohlenmonoxid-Kontamination zurückzuführen. Allein in Deutschland kommen nach Angaben von Eckrich jährlich 1500 bis 2000 Menschen durch Kohlenstoffmonoxidvergiftungen ums Leben. Und die Dunkelziffer sei groß. Zuletzt erschütterte die Nachricht vom Tod sechs Jugendlicher in einer Grillhütte im Main-Spessart-Kreis Ende Januar die Republik. In den USA seien es bis zu 50.000 CO-Tote jährlich. „Wir müssen umdenken“, forderte Eckrich deshalb. Kohlenstoffmonoxid entsteht in Öl- und Gaskesseln, bei tragbaren Generatoren, in Öl- und Festbrennstoffherden, beim Einsatz von Grillgeräten und durch Rückstau in Kaminen, bedingt durch mangelnden Zug oder auch in defekten Heizungen. Selbst beim Verbrennen von feuchten Pellets entsteht das gefährliche Gas. Ein in jedem Discounter erhältlicher kleiner Alu-Grill kann, wird er im geschlossenen Raum benutzt, eine tödliche Kohlenstoffmonoxidvergiftung hervorrufen. Wie kann man sich wirksam schützen? Auf diese Frage gab der Experte Antworten. Das CO-Gas sei nur durch eine Messung nachzuweisen. Messgeräte mit CO-Anzeige und Warntönen bei zu hohen Dosen seien von unterschiedlichen Herstellern im Handel. Eckrich riet vom Kauf reiner CO-Warner ab, weil diese eben nicht anzeigten, ob eine Konzentration steige oder falle. Alle Geräte seien auch wartungspflichtig. Wenn Kohlenstoffmonoxid festgestellt werde, heiße es Lüften, Fenster und Türen öffnen, Feuerwehr und Schornsteinfeger hinzuziehen. Nicht zu vergessen sei, dass auch Blausäure freigesetzt werde, etwa beim Verbrennen von Matratzen und Plastik. Deshalb riet Eckrich zu „Toxic Twins“, einer Messung von CO und Cyanwasserstoff, wie Blausäure chemisch korrekt bezeichnet wird. Solche Messgeräte gehörten zur Ausstattung jeder Wehr. In der Praxis sei es nicht damit getan, den Brand in einer Wohnung zu löschen, so der Rat des Experten. Eine „Toxic Twins“-Messung solle möglichst auch in allen anderen Wohnungen durchgeführt werden.

x