Rheinpfalz „Der Verein ist wie eine Familie“
HERSCHBERG. „Was ich mache, mache ich mit Herzblut“ – Sina Bohl bringt als aktuelle Prinzessin des Carnevalvereines Herschberger Narren (CHN) die beste Einstellung mit, die man sich für eine Tollität in der Jubiläumskampagne wünschen kann. Das Reiten und die Fasnacht sind ihre beiden großen Leidenschaften, derzeit steht jedoch verständlicherweise das närrische Treiben im Vordergrund.
Schon seit einigen Jahren hat die vor 22 Jahren in Thaleischweiler-Fröschen geborene Sina Bohl die CHN-Regentschaft fest im Blick. „Man weiß ja nie so ganz genau, wann man dran ist. Umso schöner ist es, jetzt Prinzessin in der 55. Kampagne zu sein“, schwärmt die junge Frau, die mit zwei Jahren erstmals Herschberger Bühnenluft geschnuppert hat. Wie alle ihre Vorgängerinnen verfügt auch sie über reichlich Erfahrungen in der Fasnacht: von den Minis über die Junioren- und Jugendgarden bis zur Funkengarde hat sie bereits alle tänzerischen Entwicklungsstufen, die der CHN zu bieten hat, erklommen. Die Krönung zur Prinzessin Sina I. stellte nun freilich den bisherigen Höhepunkt dar. „Es ist einfach fantastisch. Man hat einen völlig neuen Blick auf das ganze Geschehen. Ich lerne bei den vielen Veranstaltungen jede Menge Leute kennen, was mir zuvor als Tänzerin überhaupt nicht möglich gewesen war.“ Ganz ohne das Tanzen mag Sina Bohl die Kampagne trotz ihrer Verpflichtungen als Tollität dennoch nicht bestreiten und ist bei den Sitzungen Bestandteil der Schautanz-Auftritte. Nach ihrer Krönung in der Herschberger Bürgerhalle stand für die frischgebackene Regentin, die nach dem Besuch des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums und einem Lehramtsstudium nun mit einer Ausbildung zur Physiotherapeutin ihren Traumberuf gefunden hat, gleich ein Auftritt im hessischen Bürstadt auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Präsidium und der Funkengarde konnte man dort eine eindrucksvolle Visitenkarte abgeben. „Bei den Herschberger Narren erfahre ich immer tolle Unterstützung“, lobt sie den Zusammenhalt untereinander in den höchsten Tönen. „Der Verein ist für mich wie eine Familie. Für mich ist es eine Ehre, dabei sein zu dürfen.“ Das freut auch ihren Präsidenten Udo Wagner, der voller Bewunderung für das Engagement seiner neuen Prinzessin ist, die zwar in Thaleischweiler-Fröschen wohnt, aber täglich nach Herschberg fährt, um sich um ihre drei Pferde zu kümmern. Für die hat die Familie dort schon vor Jahren einen Stall eingerichtet. Als erfolgreiche Dressurreiterin bewegt sich die CHN-Prinzessin nämlich auch sportlich auf hohem Niveau, das zu halten enorm viel Zeit in Anspruch nimmt. „Ohne meine Familie könnte ich das im Moment nicht alles schaffen“, freut die Tollität sich denn auch darüber, dass ihr während der Fasnachts-Kampagne viel Arbeit abgenommen und so der Rücken für karnevalistische Unternehmungen freigehalten wird.