Rheinpfalz Der Jordan am Pfarrhaus

Placeholder-Image

Einblicke in die Flora aus biblischer Zeit bietet am Tag der Offenen Gartentür der biblisch-christliche Garten an der Margarethenkirche in Niederkirchen. Mehr als 200 Pflanzen und deren Geschichte können Besucher am Sonntag, 28. Juni, auf dem liebevoll gestalteten Gelände rund um die historische Dorfkirche bewundern.

Schon außerhalb des Bibelgartens werden Passanten neugierig: Dort steht am Brunnen ein Maulbeerbaum, wie er bereits in der Bibel vorkommt. Die Blätter sind Nahrung der Seidenraupen. Die sucht man jedoch in St. Wendel vergeblich. Dafür fließt am Pfarrhaus der Jordan vorbei. Die blaue Farbe, die auf dem Weg in den Bibelgarten aufgebracht ist, schlängelt sich wie ein Flusslauf, vis-à-vis eine naturbelassene Wiese – natürlich mit blühenden Margeriten, zu Ehren der Namensgeberin der Margarethenkirche, der Heiligen Margarethe aus Antiochien. Ob Arche Noah, ein Moses-Körbchen, Mauern von Jericho, ein Nachbau des Fischerbootes oder die aufsehenerregenden Funde von Qumran: An mehr als 32 Stationen werden im Garten Geschichten aus biblischer, christlicher und klösterlicher Tradition lebendig. Auch am See Genezareth, wo alles seinen Anfang nahm. Denn der Bibelgarten sei einst aus einer Aktion mit Jugendlichen entstanden, erzählt Pfarrer Stefan Werner. Damals habe er mit einer Jugendgruppe in dem bereits schön gestalteten Garten einen Teich angelegt – „jetzt ist daraus der See Genezareth geworden“. So habe sich der Bibelgarten Schritt für Schritt entwickelt, schildert der Pfarrer, seit 1997 für 2200 Evangelische im Ostertal zuständig. Vor vier Jahren sei der Bibelgarten offiziell beim Kreisfest der Obst- und Gartenbauvereine vorgestellt worden. Auch für Radfahrer ist diese Idylle inzwischen zur Anlaufstelle geworden. Ist doch die Margarethenkirche die einzige Radwegekirche entlang des 350 Kilometer langen Saarland-Radwegs. Die Kirche sei geöffnet und der Garten biete den Radlern Möglichkeiten zur Rast. Oliven und bittere Kräuter für das Pessah-Fest werden sie bei ihren Pausen wohl verschonen. Daneben wachsen Myrrhe und Weihrauch, die Rose von Jericho und Engelstrompeten. Zudem gibt es eine eigene Abteilung für Klosterpflanzen – darunter allein mehr als 20 Pfefferminzsorten. Nicht selten tauscht der Pfarrer den Talar gegen Gartenhandschuhe, um all das zu pflegen. „Es ist ein willkommener Ausgleich zur geistigen Arbeit“, berichtet er, wenn auch die Gartenarbeit recht zeitintensiv sei. Hilfe erhält Werner unter anderen von Küsterin Sigrun Klein und aus dem Presbyterium, hauptsächlich von Peter und Gertrud Volz. Mit der Gartenwirtschaft habe er sich in den vergangenen Jahren intensiv befasst, verrät Werner. Er habe viel über Pflanzen gelernt und andere Bibelgärten besucht. Auch weiß er inzwischen, wo die christlich-biblischen Gewächse zu erhalten sind: Internet lautet das Zauberwort. Denn die Gärtnereien in der Region sind auf solche Exoten nicht spezialisiert. Auf relativ kleiner Fläche sei ausschließlich aus Spenden inzwischen der größte Bibelgarten im Saarland entstanden, sagt Werner nicht ohne Stolz. Zu den neuesten Stationen im grünen „Paradies“ zählt der „Eingang zum himmlischen Jerusalem“, ein Tor dessen Säulen mit zwölf Steinsorten dekoriert sind, die alle eine Bedeutung haben. „Es erinnert an die zwölf Stämme Israels“, weiß der Theologe und nennt auch gleich die passende Bibelstelle: Offenbarung 21. (suca) Info Im Bibelgarten finden am Tag der Offenen Gartentür, 28. Juni, um 11, 13.30 und 15 Uhr Führungen statt. Weitere Führungen können telefonisch unter 06856 241 vereinbart werden. Der Eingang befindet sich in St. Wendel-Niederkirchen am Pfarrer-Wienold-Platz 2. (suca)

Mehr zum Thema
x