Rheinpfalz Der Friseur kommt einmal im Jahr
Gelegentlich leben auf den Bauernhöfen in unserer Region neben Kühen, Schweinen und Pferden auch Schafe. Die kleinen wolligen Tiere übernehmen auf einem Hof – früher wie heute – verschiedene Aufgaben. Welche, das hat mir Tierarzt Alexander Schneiders erklärt.
„Während die Wolle der Schafe früher als Hauptertrag bei der Haltung galt, so spielt sie in Europa heute meistens keine Rolle mehr“, weiß der Fachmann. Zwar müssten die Tiere einmal jährlich geschoren werden, doch decke der finanzielle Ertrag der Wolle nicht mal die Kosten der Schur – dafür muss nämlich extra ein „Schaffriseur“ auf den Bauernhof kommen. Wie früher, würden die Tiere aber auch heute noch häufig zur Landschaftspflege eingesetzt. Konkret heißt das, dass die Schafe Heidelandschaften und Moorflächen abweiden – also abfressen. Hier gibt es zwei Formen der Haltung, wie der Tierarzt erläutert: „Da wäre zum einen die Koppelschafhaltung, bei der die Tiere auf einem eingezäunten Areal stehen.“ Daneben gibt es auch heute noch die von früher bekannte Wanderschäferei. Dabei zieht der Schäfer ab dem Frühjahr mit seiner Herde umher. Oft hat er speziell trainierte Hunde dabei, die die Schafe beisammen halten. Nachts wird den Schafen eine kleine Weide abgesteckt, damit keines entwischt wenn der Schäfer schläft. Während Schäfer früher oft im sogenannten Schäferkarren, einem ganz kleinen Wohnwagen, schliefen, fahren sie heute über Nacht auch oft nach Hause. Über Winter sind die Schafe meistens im warmen Stall untergebracht. Neben der Landschaftspflege halten sich einige Menschen auch Schafe zur Fleischproduktion. Insbesondere Lammfleisch sei bei Menschen beliebt – also das Fleisch von jungen Schafen. Aus Schafsmilch kann beispielsweise auch Käse gemacht werden. Dies sei bei uns aber eher eine Nischenproduktion – im Gegensatz zu Italien und Frankreich. Eine bestimmte Rasse, das ostfriesische Milchschaf, gebe besonders viel Milch. Ganz egal, in welcher Haltungsform: Auch die wolligen Tiere können krank werden. Oft hätten Schäfer mit Parasiten zu kämpfen, die ihre Tiere befallen. Außerdem gebe es eine Erkrankung der Klauen (also der Füße der Schafe), die sogenannte Moderhinke. Unter der Krankheit leiden insbesondere Schafe, da diese Entzündung starke Schmerzen verursacht. Gute Haltung und Pflege spielen also auch in der Schafshaltung eine ganz wichtige Rolle. (laf) Nils’ Naturlexikon Was ist das für ein Tier? Wie funktioniert die Photosynthese? Liefern uns Bäume mehr als Brennholz und Möbel? Was frisst ein Eichhörnchen? Von wo kommen im Frühjahr die Störche? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Kinderreporter Nils Nager in seinem Naturlexikon mit der Hilfe von Fachleuten aus der Region.