Rheinpfalz Der erste von vier Spatenstichen
Sieben Jahre nach der Gründung der Xi’an Typical Europe, einer Tochtergesellschaft der chinesischen Xi’an Typical Industries C. Ltd. im Kaiserslauterer Hertelsbrunnenring, erfolgte jetzt der Erste Spatenstich für einen Werksneubau des Unternehmens im Industriegebiet Nord II, Clara-Immerwahr-Straße 6. Das neue Werksgebäude mit 3500 Quadratmeter auf einer Fläche von 10.000 Quadratmeter hat ein Projektvolumen von vier Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2017 vorgesehen.
Geschäftsführer Holger Labes freute sich über die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens, mit der es am künftigen Standort neue Wege gehen werde. Deutlich jünger als das Durchschnittsalter von Arbeitnehmern in Deutschland sei das Durchschnittsalter der Belegschaft des Unternehmens, das Industrienäh- und Schweißmaschinen herstellt. Während das Durchschnittsalter der rund 50 Personen zählenden Belegschaft um zehn Jahre gesunken sei, steige der Umsatz jährlich zwischen 25 und 30 Prozent. Mit dem Neubau setze das Unternehmen ein Zeichen für eine langfristige Strategie, erläutert Labes. Bereits jetzt plant Xi’an Typical Europe für 2018 eine Erweiterung des Werksgebäudes auf einem Gelände von weiteren 10.000 Quadratmetern. Als Typical seine Zentrale für Europa und Amerika im Jahre 2009 in Kaiserslautern mit 17 Mitarbeitern gestartet habe, habe noch niemand ahnen können, wie sich das Tochterunternehmen eines der größten chinesischen Nähmaschinen-Konzerne mit 2500 Mitarbeitern entwickeln würde, erinnerte Ralf Teepe, Abteilungsleiter im Mainzer Wirtschaftsministerium. Der Standort Kaiserslautern habe sich eine unverzichtbare Position im Konzernverbund erarbeitet. Der Vertrieb für Europa, Amerika und Nordafrika werde heute von Kaiserslautern aus gesteuert. „Kaiserslautern ist die Entwicklungszentrale des Konzerns mit 25 Entwicklungsmitarbeitern“, betonte Teepe. Weiter leiste Typical einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Fachkräften in der gesamten Region. Mit einer Ausbildungsquote von mehr als zehn Prozent liege das Unternehmen über dem Durchschnitt der Industrie. Teepe erinnerte daran, dass das Land Rheinland-Pfalz an der Ansiedlung von Typical im IG Nord II mit erheblichen finanziellen Mitteln zur Erschließung der Gewerbefläche beteiligt gewesen sei. Möglich wurde der Mitteleinsatz von 7,3 Millionen Euro durch die zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen der Stadt Kaiserslautern und Rodenbach, ergänzte Teepe. Oberbürgermeister Klaus Weichel lobte die „ultraschnelle“ Bearbeitung der Baugenehmigung. Holger Labes, seines Zeichens Architekt, habe mit der Entwicklung von Industrienähmaschinen Maßstäbe gesetzt. Dass Kaiserslautern mit vier Nähmaschinenherstellern ein Mode-Cluster aus der Taufe gehoben habe und damit an eine frühere Tradition in der Stadt anknüpfe, dazu sei es jetzt höchste Zeit gewesen, sagte der Oberbürgermeister. Ohne die gute Kooperation zwischen Rodenbach und Kaiserslautern wäre das Gewerbegebiet IG Nord II als interkommunales Projekt nicht möglich gewesen. Für dieses Jahr kündigte Weichel noch drei weitere Spatenstiche in dem Gewerbegebiet an. Damit wäre die Fläche zu 40 Prozent vermarktet. Damit werde die mögliche Erschließung neuer Flächen für die Gewerbeansiedlung in der Stadt aktuell. |jsw