Rheinpfalz Das Gefühl der Bedrohung wächst

Die Fachstelle „Netzwerk gegen Rechtsextremismus – für Demokratie“ in St. Wendel hat bis Juni so viele Anfragen wegen rechtsradikaler Bedrohung bearbeitet wie im ganzen Jahr 2015. Im Saarland wachse die Angst vor Neonazis und Rechtsextremen.
Bis Ende Juni zählte die St. Wendeler Fachstelle 30 Hilfegesuche wegen rechtsextremer Gewalt und Bedrohung, im ganzen Jahr 2015 waren es ebenso viele. Die von der Bundesregierung finanzierte Fachstelle berät vor allem Bildungsträger wie Schulen bei Problemen mit Rechtsradikalismus, erklärt Uwe Albrecht, einer der drei Berater. Nach Angaben von Albrecht wenden sich auch Privatpersonen nach St. Wendel, wenn es Konflikte im Freundeskreis und der Familie gebe. Für Schulen bietet die Fachstelle Argumentations-Kurse an, die Lehrer im Umgang mit rechtsextremen Äußerungen von Schülern stärken soll. Zur Zeit kommen die meisten Anfragen aus Saarbrücken und dem Stadtverband. Im Saarpfalz-Kreis half die St. Wendeler Fachstelle beim Aufbau des Bündnis’ „Vielfältig statt einfältig“, das 2012 als Reaktion gegen die Aufmärsche des „Nationalen Widerstands“ in Homburg und Blieskastel gegründet wurde. Nicht mit Zahlen beschreibbar sei das Bedrohungsgefühl, das im Saarland seit Jahren wachse, betont Uwe Albrecht. In sozialen Netzwerken im Internet würden unverhohlen rechtsradikale und rassistische Äußerungen verbreitet, lautet seine Erfahrung. Es gebe im Saarland sogar Fälle, dass Neonazis die Teilnehmer antifaschistischer Demonstrationen auch nach der Veranstaltung auf offener Straße verfolgten, warnt Albrecht. |wrt