Rheinpfalz Claus Schäfer nimmt Stadtchef-Sessel ins Visier

Vielleicht kann sich der künftige Stadtbürgermeister Rodalbens als mehrfacher Deutscher Meister und Vize-Europameister (im jagdlichen Schießen) vorstellen, oder er spielt Trompete, wenn die Stadt Grund zum Feiern hat. Das träfe zu, würde Claus Schäfer die Wahl für sich entscheiden. Am Montag reichte der 51-Jährige seine Bewerbungsunterlagen für die Wahl am 26. Mai ein.
Nach Diana Matheis (CDU), Torsten Striehl (SPD) und Marcus Buchheit (unabhängig) hat sich mit Claus Schäfer (ebenfalls unabhängiger Kandidat) nun der vierte Bewerber für das Amt des Bürgermeisters gemeldet. Von Beruf Raumausstatter-Meister, hat er 1990 das elterliche Geschäft in der Hauptstraße übernommen. Schäfer ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von zwölf (Zwillinge), 17 und 23 Jahren. Bei aller beruflicher Auslastung – „im Handwerk fehlen Mitarbeiter“, sagt er – habe er sich Zeit für Hobbys genommen. Schäfer hat sich zum erfolgreichen Schützen empor gearbeitet, ist unter anderem drei Mal Deutscher Meister geworden, zwei Mal Vize-Europameister, und seit sechs Jahren gehört er dem Nationalteam an. Den Sport hat er mit Blick auf das angestrebte Amt schon mal zurückgestellt und seine Teilnahme an einem bevorstehenden Länderwettkampf Estland gegen Europa abgesagt. Sein Rückzug betrifft nicht das Amt des Vorsitzenden beim Schießsportzentrum Lindersbach, das ihn gerade durch den zu stemmenden Wiederaufbau des niederbrannten Schützenhauses in Anspruch nimmt. Auch als Jäger und Jagdpächter will er aktiv bleiben. „Mein Jagdrevier liegt mir am Herzen“, bekennt Schäfer, „hier kann ich ein Stück zum Naturschutz beitragen“. Als „leidenschaftlicher Musiker“ gehört das Trompetenspiel zu seinen Hobbys, nicht im Verein, „einfach nur so“. Damit bringt er sich bei der Fronleichnamsprozession ein oder beim Weihnachtsmarkt, und an Heiligabend lässt er die Trompete am Bruderfelsen erklingen. Von der Kommunalpolitik hat sich Schäfer bislang ferngehalten, auch weil er Geschäftsmann sei. Dennoch hat er sich vor zwei Jahren der CDU angeschlossen und, wie er sagt, unter Parteifreunden auch schon sein Interesse an einem Amt angedeutet, ohne allerdings Widerhall gefunden zu haben. Schäfer hat sich mit Frau Yvonne und den Kindern darauf verständigt, möglicherweise das Familienleben neu zu regeln. Das Sammeln von Unterstützer-Unterschriften (mehr als 70) sei zum Selbstläufer geworden, nachdem „Freunde und Kunden“ ihn zur Kandidatur ermuntert hätten. Den letzten Anschub habe er vor zwei Wochen bekommen, als er beim U17-Länderspiel der Handballfrauen in der TSR-Halle vor über tausend Zuschauern auf der Trompete die Nationalhymne gespielt habe. „Ein solcher Auftritt gibt Selbstvertrauen.“ Ein Wahlprogramm hat Schäfer nicht zusammengestellt, gleichwohl aber Schwerpunkte gesetzt. „Politischen Druck“ würde er machen zur Freigabe des Grünbühls als Gewerbegebiet. Die Unterstützung des Krankenhauses als Arbeitgeber sei ihm „sehr wichtig“. Schäfer nennt die Förderung der Vereine, die Jugendarbeit leisten, als besonderes Anliegen. Die Stärkung der örtlichen Geschäfte stehe für ihn, selbst Geschäftsmann, „ganz obenan“. Denn „was nützte die schönste Innenstadt, wenn die Geschäfte leer ständen“, fragt er. „Schon von Berufs wegen bin ich den ganzen Tag im Ort unterwegs, mehr Bürgernähe geht nicht“, sieht Schäfer einen Vorteil für sich.