Rheinpfalz Chance auf Treppchen

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„Chanci“ ruft Mario Scheuer den gutmütigen Vierbeiner mit dem glänzend schwarzen Fell. „Faithful Paws“, also „treue Pfoten“, ist der Familienname von Chance. Der Vorname bedeutet zu deutsch Möglichkeit. Die Chance, bei der weltgrößten Hundeausstellung, der Crufts Birmingham in England, auf dem Siegertreppchen ganz oben zu stehen, hat der Labrador-Rüde genutzt. „Als die Richterin zu mir kam und mir zuflüsterte: ,You are first’, war die Freude riesig“, sagt der stolze Halter, Mario Scheuer aus Steinbach.

Mit einem Kissen, das sich Chance von der Couch stibitzt, begrüßt der Labrador Retriever den Besuch von der RHEINPFALZ. Chance wedelt heftig mit dem Schwanz. Der verspielte, treue Blick sagt: „Hab mich lieb.“ Als „verschmust, arbeitsfreudig, äußerst leinenführig“, beschreiben die Herrchen Mario Scheuer und Dunja Früchtl ihren Sieger. „Labbis wollen ihren Herrchen gefallen“, erklärt Mario Scheuer. In Tulln (Österreich) hat sich Chance für die Ausstellung in Birmingham qualifiziert. Mit fast 600 gemeldeten Labradors sei der Wettkampf im Herkunftsland der Rasse die weltweit beste Adresse für mustergültige Hunde, erklärt Scheuer. Mit dem Gedanken „dabei sein ist alles“ ging es am 4. März nach Birmingham. In der offenen Klasse trat Chance an –und hatte am Schluss die Schnauze vorn. Nach Wissen des Ehepaars hat noch nie ein Labrador aus deutscher Zucht einen der ersten Plätze belegt. Auch die anderen Labbis des Steinbacher Rudels wollen ins Wohnzimmer. Kaja, die Mutter von Chance, hat mit der Küchentür keine Probleme. Auch Bruder Conner, Schwester Blue, Mae, Leroy und Nesthäkchen Jenna wagen den Versuch, ins Wohnzimmer zu stürmen. Doch sie hören auf Zuruf und lassen sich vorübergehend in die Küche zurückdrängen. Die treuen Familien-Hunde Labrador Retriever haben es dem Ehepaar Scheuer-Früchtl angetan: Das sanfte Wesen der Hunde, ihre Arbeitsfreude und ihr gutes Sozialverhalten auch anderen Hunden gegenüber imponierten dem Paar bei der ersten Labradorhündin Kaja. Seitdem ist die Familie gewachsen. Nesthäkchen Jenna ist gerade ein Jahr alt. Dass sie sich beim Herumtollen mit den Geschwistern nicht übernimmt, verlange einige Aufmerksamkeit, sagt Mario Schauer. Morgens fährt er meistens mit Conner, Chance und Leroy, den etwas älteren Hunden, mit dem Fahrrad raus. Einzeltraining wie Apportieren, Schwimmen oder ein Auge auf den offenen Hunde-Parcours im Garten haben seien nur ein Teil der Arbeit. Hundeseminare besuchen, auf Ausstellungen fahren, für die Labrador-Zucht einen Wesenstest machen, medizinische Untersuchungen und Vorsorge sind andere Aufgaben. Dass die Hunde viel können und gerade wegen ihrer Apportier-Freude gezüchtet werde, wüssten nicht viele, meint das Ehepaar. Mit ihrer guten Nase, dem weichen Maul, ihrem ruhigen und aufmerksamen Wesen seien die Labradors vielseitig einsetzbar: Als Einsatzhunde für den Zoll, als Therapie-Hunde und Jagdbegleiter, die Wild und Enten mit ihrem Biss nicht verletzen, kommen die Hunde häufig zum Einsatz. Gleich mit der zweiten Zucht räumt die Familie Scheuer auf Ausstellungen Preise ab. Auch Chance und Mae sollen in Steinbach bald für Nachwuchs sorgen. Bei der Vergabe der Welpen setzt das Ehepaar hohe Maßstäbe an. Jeder Interessent muss den Hund persönlich kennenlernen. Schon vor dem Wurf nehmen sie Kontakt mit den möglichen Haltern auf. Vor allem die artgerechte Haltung muss sichergestellt sein. Für einen Labrador-Liebhaber stellen die Anforderungen allerdings keine Hürde dar. (rma)

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