Rheinpfalz Brücke für Pkw-Verkehr bald wieder frei

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Saarbrücken (lrs). Über die vor Ostern überraschend gesperrte Autobahnbrücke vor Saarbrücken sollen möglichst Mitte Mai wieder Pkw rollen. Eine „Taskforce Brücken“ beschloss gestern Sofortmaßnahmen, wie Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) berichtete.

Unter anderem soll jetzt die Asphalt- und Betondecke abgefräst werden, um das Eigengewicht der Fechinger Talbrücke auf der A 6 von und nach Saarbrücken und Paris zu reduzieren. Lastwagen müssen aber auch dann längere Umwege in Kauf nehmen, der Verkehr nach Frankreich soll weiträumig umgeleitet werden. Bis Jahresende sollen die Stahlpfeiler so verstärkt werden, dass auch Schwerlaster wieder über das 1963 fertiggestellt und unter Denkmalschutz stehende Bauwerk fahren können. Um zu verhindern, dass bis dahin schwerere Fahrzeuge auf die Brücke gelangen, soll eine Schranken- und Wiegeeinrichtung installiert werden, die bis vor kurzem an der Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz im Einsatz war. „Auch wenn wir den Verkehr so schnell wie möglich wieder auf die Autobahn bringen wollen, geht die Sicherheit vor“, betonte Rehlinger. Klarheit soll eine statische Neuberechnung aller zehn Pfeiler in den nächsten Tagen bringen. Die A 6 ist eine Hauptverkehrsader im Saarland, die Brücke wurde nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zuletzt von rund 40.000 Fahrzeugen täglich passiert. Gutachter hatten bei einer Neuberechnung der Statik festgestellt, dass der mit 40 Metern längste Stahlpfeiler bei hoher Belastung einknicken könnte. „Das müssen Sie sich so vorstellen, wie eine Alu-Cola-Dose, die einknickt, wenn man sich draufstellt“, sagte ein Ingenieur. Derzeit müssen die Autofahrer mehrere Kilometer Umweg über die Landstraße in Kauf nehmen. Rehlinger schloss nicht aus, dass es beim Landesbetrieb für Straßenbau zu Versäumnissen gekommen sei. Sie verwies aber darauf, dass der Bund erst 2010 eine Liste zur statischen Überprüfung alter Brücken auf Grundlage einer Anordnung für den Brückenneubau von 1978 aufgelegt habe, die seitdem abgearbeitet werde. Laut Rehlinger handelt es sich bei der Fechinger Talbrücke angesichts der dünnen Pfeiler mit nur zehn Millimeter dicken Blechen an der dünnsten Stelle um eine besonders heikle Konstruktion. Probleme seien aber auch an anderen Brücken in Deutschland nicht auszuschließen.

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