Rheinpfalz Begeisterung für Wissenschaft wecken
„Die Idee ist, junge Leute für Wissenschaft und Technik zu begeistern, das ist ja eine der Hauptaufgaben eines Museums.“ So erläuterte der Leiter des Urweltmuseums Geoskop, Sebastian Voigt, den Anspruch des Magic Science Day, der am Samstag auf Burg Lichtenberg stattfand. 19 Kinder und Jugendliche versuchten sich im Raketen- und Teleskopbau.
Hobbytechniker Roland Zahn baute mit den Jungtüftlern eine 50 Zentimeter lange Modellrakete mit Schwarzpulver-Treibsatz. Zusätzlich mit drei Leitwerken und einem Fallschirm ausgestattet, könne die Rakete beliebig oft wiederverwendet werden, erklärte Zahn: „Leider können wir bei der Hitze heute die Raketen nicht starten, die Brandgefahr ist bei den 900 Grad, die entstehen, einfach zu hoch. Ich will nicht schuld sein, wenn die Wälder um die Burg in Flammen stehen“, betonte der Hobbytechniker zum Bedauern der Teilnehmer. Als Ersatz hatte er allerdings eine weitere Rakete im Gepäck, die mit Luftdruck angetrieben wird. Die Jungingenieure hatten Spaß beim Basteln ihrer ersten Rakete: „Ich liebe Modellbau, in meiner Freizeit bastele ich öfter Flugzeuge und sowas zusammen“, berichtete der zwölfjährige Paul Zimmer aus Hüffler. Zwar sei er etwas enttäuscht, die Rakete nicht starten zu dürfen, aber er könne sie ja mitnehmen und zu Hause aus starten. Das Basteln sei auch so eine tolle Sache, da er handwerklich begabt sei, sei das eigentlich ein Klacks. Beim Verbauen von Leitröhrchen, Zentrierringen, Motorhalterung und Haltebügeln hatte auch der achtjährige Linus Wellstein aus Baumholder keinerlei Probleme: „Ich bin sehr an Labor- und Raketentechnik interessiert, könnte mir gut vorstellen, später mal beruflich sowas zu machen.“ Zwar sei das alles neu für ihn und daher etwas kompliziert, aber er bekomme das schon hin, betonte der Hobbybastler selbstbewusst. Im Untergeschoss der Zehntscheune wurden derweil Teleskope gebastelt: „Hintergedanke ist, ein stabiles, funktionstüchtiges Teleskop für den Alltag zu bauen, mit dem die Kinder und Jugendlichen die Natur und den Himmel erforschen können“, erklärte der Leiter des Arbeitskreises Astronomie, Martin Bertges. Es gehe darum, mit einfachsten Materialien, die alle im Baumarkt erhältlich seien, den Kindern zu zeigen, wie so ein Lupeneffekt eigentlich funktioniere. Neben dem Lerneffekt stehe später aber auch der Spaß an der Forschung und Beobachtung im Mittelpunkt. So eigne sich das Baumarkt-Teleskop beispielsweise hervorragend zur Beobachtung des Mondes: „Wenn man einmal die Leidenschaft und Begeisterung für die Wissenschaft bei den Kindern geweckt hat, stehen die Chancen gut, dass sie ein Leben lang bestehen bleibt“, weiß Bertges. Zusammengebaut wurde das Teleskop aus einfachen Wasserrohren aus Plastik sowie drei Linsen, einem Objektiv sowie einem aus zwei Teilen bestehenden Okular: „Der Vergrößerungseffekt entsteht dadurch, dass die Linse eine lange und das Okular nur eine geringe Brennweite hat. Bei diesem Modell entsteht dadurch eine 30-fache Vergrößerung“, erläuterte der Augenarzt Rolf-Dieter Schat, der mit den Kindern und Jugendlichen arbeitete. Die größte Schwierigkeit sei die Feinjustierung der Linsen in den Plastikrohren, da das bei diesen nicht so einfach sei wie bei Teleskopen aus hochwertigerem Material. Das bemerkte auch Charlotte Blasko (elf) aus Altenglan, nachdem ihre Linse zu Boden gefallen war: „ Es ist wirklich gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Obwohl ich handwerklich interessiert bin, hab ich so meine Probleme.“ Maximilian Decker aus Kusel freute sich vor allem darüber, dass man hier was schaffen könne, was nicht alltäglich sei: „Ich finde das super interessant hier, zu Hause würde man ja nie auf die Idee kommen, eine Rakete oder ein Teleskop zu bauen.“ Dennoch sei er sehr an der Wissenschaft interessiert und gehe häufig in Museen. Später wolle er beruflich in den IT-Bereich, da sei wissenschaftliche Kenntnis aus allen Bereichen von Vorteil, betonte der 14-Jährige.