Eisenberg Beeindruckende Frauen im Fokus

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Unter dem Motto „Musik und Literatur“ lädt der Förderverein Landschaftspark Friedrich von Gienanth Eisenberg am Sonntag, 18. Juni, zu einem Kulturerlebnis der besonderen Art ein. Bei der Matinee wird Denise Duvoney auf dem Klavier spielen. Zwischendurch sind historische Texte zu hören.

„In der Lesung geht es um Elise von Gienanth, der Tochter von Friedrich Engelhorn, dem Gründer der BASF in Ludwigshafen“, kündigt Vereinsvorsitzender Gunther Biesterfeldt an. 20-jährig hatte sie 1872 Eugen von Gienanth geheiratet. Nachdem dieser bereits 1893 verstorben war, „gelang Elise ein für die damalige Zeit beeindruckende Lebensweg“, sagt Biesterfeldt. Die Witwe übernahm die Eisengießerei und leitete sie bis 1911, als sie das Werk dann an ihren Sohn Carl übergab. Elise von Gienanth hat zahlreiche Spuren in dem Landschaftspark hinterlassen. So hat sie 1880 die Orangerie erweitert, 1911 ließ sie das Gewächshaus erbauen – das gerade ein neues Dach erhalten hat (wir berichteten) – und 1912 errichtete sie das Mausoleum, unterhalb dessen sie 1920 im Familiengrab beigesetzt wurde. Der 1870 von ihrem Vater in seiner Mannheimer Villa errichteten Türkensaal hat Elise von Gienanth 1903 in den seitlichen Anbau des Herrenhauses integriert. In dem Saal wurden hohe Gäste empfangen, der letzte war kurz vor dem Zweiten Weltkrieg der Kronprinz Rupprecht von Bayern. Als Ende der Sechziger türkische Gastarbeiter nach Eisenberg kamen, richtete Gienanth dort eine Moschee ein. Nachdem der Türkisch-Islamische Kulturverein 1985 im Stadtzentrum ein eigenes Gebetshaus eröffnet hat, dient der Saal als Ausstellungsraum für Gießereiprodukte. „Wir werden zum Abschluss einen Blick hineinwerfen“, sagt Biesterfeldt. Zuvor wird aber Denise Duvoney die Besucher erfreuen. Die Pianistin hat auch einen beeindruckenden Lebensweg hinter sich. Schon mit vier Jahren saß sie an den Tasten, als Neunjährige gewann sie den Special Prize bei einem Komponistenwettbewerb in Japan. Sie wird ausschließlich eigene Stücke spielen – so wie es die promovierte Chemikerin mit dem großen musikalischen Talent seit 1996 bei jedem ihrer Konzerte tut. TERMIN „Musik und Literatur“, Sonntag, 18. Juni, 11 Uhr, Orangerie im Landschaftspark Friedrich von Gienanth. Der Eintritt ist frei.

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